Inhalt:
Der Film „Resident Evil“ schickt keinen Elitesoldaten und keine bekannte Spielfigur ins Zombie-Chaos, sondern einen Kurierfahrer. Bryan soll ein biomedizinisches Paket an das Raccoon City General Hospital liefern. Er braucht das Geld dringend, denn seine Freundin Michelle ist schwanger. Von dem Virus, das gerade aus den Laboren des Umbrella-Konzerns entkommen ist, ahnt er nichts.
Was als Routineauftrag beginnt, wird zur längsten Nacht seines Lebens. Regisseur Zach Cregger erzählt dabei keine Geschichte aus den Spielen nach. Stattdessen entwickelt er eine eigene Handlung, die parallel zu den Ereignissen von „Resident Evil 2″ spielt. Leon Kennedy und Claire Redfield kämpfen also anderswo in der Stadt. Reicht das, um die bisher beste Verfilmung der Reihe abzuliefern?
Der Film „Resident Evil“ erschien 2026 unter der Regie von Zach Cregger. Der Regisseur sorgte zuvor mit „Barbarian“ und „Weapons“ für Aufsehen. In Deutschland lief der Film am 17. September 2026 an, einen Tag vor dem US-Start. Die Laufzeit beträgt 94 Minuten, die Altersfreigabe liegt bei FSK 16.
Austin Abrams spielt den Kurier Bryan und stand schon in Creggers „Weapons“ vor der Kamera. Paul Walter Hauser, Zach Cherry und Kali Reis verkörpern Angestellte des Umbrella-Konzerns. Hauser übernimmt dabei die Rolle des Wissenschaftlers Carl. Johnno Wilson und die tschechische Darstellerin Andrea Miltnerová ergänzen das Ensemble. Bekannte Figuren aus den Spielen tauchen bewusst nicht auf.
Gedreht wurde von Oktober 2025 bis Januar 2026 in Prag, ergänzt um Aufnahmen im nordböhmischen Litoměřice. Die Kamera führte Dariusz Wolski, den Schnitt übernahm Joe Murphy. Für den düsteren Elektro-Score zeichnen Hays und Ryan Holladay verantwortlich. Das Drehbuch schrieb Cregger gemeinsam mit Shay Hatten, bekannt von „John Wick: Kapitel 3 und 4″.
Hinter der Produktion steht mit Constantin Film ein deutsches Unternehmen, das die Rechte seit den späten 1990er Jahren hält. Beteiligt waren außerdem Columbia Pictures, PlayStation Productions, Vertigo Entertainment und Davis Films. Das Budget lag bei rund 80 Millionen Dollar. Nach Testvorführungen baute Cregger den Film noch einmal deutlich um. Die Weltpremiere fand am 17. September beim Fantastic Fest statt.
Achtung: Der folgende Abschnitt verrät zentrale Wendungen und das Ende des Films.
Bryan erfährt, dass er Vater wird, und nimmt deshalb einen gut bezahlten Nachtauftrag an. Der Weg nach Raccoon City führt durch einen Tunnel, der von liegengebliebenen Autos blockiert ist. Dort bekommt er die Katastrophe zum ersten Mal zu spüren. Ein infiziertes Mädchen beißt ihn in den Arm, und damit trägt er das Virus selbst in sich.
Später nehmen ihn zwei Umbrella-Angestellte mit und klären ihn auf. Sein Paket enthält nicht etwa ein fertiges Gegenmittel, sondern eine fehlende Zutat dafür. Erst im Krankenhaus lässt sich daraus ein Serum herstellen. Für Bryan wird die Lieferung damit zur eigenen Rettung, denn die Infektion schreitet voran.
Auf dem Weg dorthin jagt ihn eine wachsende Kreatur, die ihre Opfer in sich aufnimmt. Cregger inszeniert diese Verfolgung mit sichtbarer Freude an Videospiel-Logik. Bryan selbst spricht die Parallele im Film mehrfach offen aus.
Im Krankenhaus steht das Gegenmittel schließlich bereit. Bryan schlägt die Spritze jedoch aus der Hand des Wissenschaftlers, sie stürzt über eine Brücke in die Tiefe. Damit ist die letzte Chance der Menschheit verloren. Die Verwandlung setzt endgültig ein, und aus Bryan wird ein Wesen aus verschmolzenen Körpern.
Als die Hubschrauber der Nationalgarde eintreffen, läuft er nicht mehr weg. Er dreht sich ihnen zu und brüllt. Die Kamera fährt in sein Auge hinein, dann beginnt der Abspann. Auf eine Szene nach dem Abspann verzichtet der Film komplett.
Cregger versteht das Ende weniger als Niederlage denn als Wandlung. Bryan flieht den ganzen Film lang vor der Vaterschaft und vor allem Bedrohlichen. Am Schluss stellt er sich erstmals. Der alte Bryan ist verschwunden, so der Regisseur in mehreren Interviews.
Die Kritiken fallen ungewöhnlich gut aus. Bei Rotten Tomatoes steht der Film bei 96 Prozent aus 116 Besprechungen, das Publikum liegt bei 90 Prozent. Gelobt wird vor allem die Mischung aus Horror, Action und Humor. Mehrere Rezensenten bezeichnen ihn als die bislang beste Realverfilmung der Spielreihe.
Nachvollziehbar ist das Lob durchaus. Cregger dosiert ruhige, beklemmende Passagen und Tempo geschickt, die Bilder erinnern stellenweise bewusst an ein Videospiel. Der Elektro-Score trägt spürbar zur Atmosphäre bei. Dass ausgerechnet ein unscheinbarer Kurier im Zentrum steht, gibt dem Film eine Bodenhaftung, die den Vorgängern gefehlt hat.
Der Schluss spaltet dagegen. Mehrere Kritiken nennen ihn abrupt, Fans der Spiele dürften den fehlenden Triumph als Bruch empfinden. Wer Creggers Hang zu unbequemen Auflösungen kennt, bekommt hier konsequenten Horror-Nihilismus. Wer ein klassisches Heldenfinale erwartet, wird enttäuscht. Eine Fortsetzung ist bislang nicht angekündigt, Cregger spricht aber offen von weiteren Ideen.