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Heute ist Bundesweiter Warntag 2026. Pünktlich um 11 Uhr schlagen Millionen Handys in ganz Deutschland Alarm, vielerorts heulen zusätzlich die Sirenen. Auch bei euch wird heute geübt, was im Ernstfall zählt.🚨
Seit der Premiere 2020 hat der Termin für den Warntag in Deutschland einen festen Rhythmus: immer der zweite Donnerstag im September, in diesem Jahr der 10. September, damit bereits die sechste Auflage. Zuständig sind das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die Kommunen vor Ort und Innenministerien der Bundesländer.
Um Punkt 11 Uhr löst das Warnsystem vom Bund die zentrale Probewarnung zum Warntag aus, die anschließend über sämtliche angebundenen Kanäle läuft. Die Entwarnung kommt rund 45 Minuten später, gegen 11:45 Uhr. Getestet wird dabei zweierlei, ob die Technik im Hintergrund zuverlässig funktioniert und ob ihr als Bevölkerung wisst, wie sich eine echte Warnung anfühlt.
Beim Probealarm kommen mehrere Kanäle gleichzeitig zum Einsatz. Der Mobilfunkdienst Cell Broadcast schickt eine Warnmeldung direkt auf geeignete Smartphones in der Nähe eines Funkmasten, ganz ohne installierte App. Parallel dazu reagieren die offiziellen Warnapps NINA und KATWARN, während Radio- und Fernsehsender ihr Programm unterbrechen.
Ob bei euch zusätzlich Sirenen zu hören sind, hängt stark von der eigenen Kommune ab. Die Sirenennetze sind in Deutschland regional sehr unterschiedlich ausgebaut, manche Orte testen flächendeckend, andere nur teilweise. Genau deshalb setzt der Bundesweite Warntag bewusst auf einen ganzen Mix aus analogen und digitalen Warnmitteln statt auf einen einzelnen Kanal.
| Uhrzeit | Was passiert |
| 11:00 Uhr | Zentrale Probewarnung startet ĂĽber Cell Broadcast, Warnapps, Sirenen, TV und Radio |
| 11:45 Uhr | Entwarnung folgt über die meisten Warnkanäle |
| 10. bis 17. September | Bundesweite Rückmeldeumfrage zur Probewarnung läuft |

Nicht jedes Handy schlägt um 11 Uhr Alarm, und das gehört sogar zum Test dazu. Damit Cell Broadcast überhaupt funktioniert, braucht euer Smartphone eine aktive Mobilfunkverbindung sowie ein aktuelles Betriebssystem. Bei Android ist mindestens Version 11 nötig, bei iPhones mindestens iOS 16.1.
Häufig liegt es aber auch schlicht an den Einstellungen. Notfallbenachrichtigungen lassen sich bei Android unter den Mobilfunkeinstellungen aktivieren, bei Apple heißt der passende Punkt Cell Broadcast Warnungen. Eine passende Warntag Handy Einstellung vor 11 Uhr lohnt sich also, genauso wie eine zusätzliche Installation von NINA oder KATWARN als Rückfallebene.
Checkliste fĂĽr euer Handy vor dem Warntag:
Technisch lässt sich der Alarm umgehen: Flugmodus oder Ausschalten kurz vor 11 Uhr verhindert die Cell Broadcast Meldung, weil dafür eine Mobilfunkverbindung nötig ist. Der Lautlos-Modus dagegen hilft nicht, der Alarmton spielt bewusst auf voller Lautstärke, damit er im Ernstfall wirklich auffällt.
Sinnvoll ist das Umgehen trotzdem selten. Genau der Probealarm zeigt, ob die Technik bei euch zuverlässig funktioniert, und er macht den Ton vertraut, damit ihr ihn im echten Ernstfall sofort erkennt. Besser als Ausschalten ist deshalb, empfindliche Personen im Umfeld gezielt vorzubereiten statt den Alarm einfach zu vermeiden.
So bereitet ihr Kinder und empfindliche Personen vor:
Die Entwarnung gegen 11:45 Uhr läuft bislang größtenteils über andere Kanäle als Cell Broadcast, das Handy muss also nicht bis zum Nachmittag ausgeschaltet bleiben. Wer während des Tests keine Mobilfunkwarnung erhält, wird im Ernstfall meist trotzdem über Sirenen oder Radio erreicht.
Zudem sammelt das BBK Rückmeldungen zum Warntag bis zum 17. September, ergänzt durch eigene Formulare einzelner Bundesländer.
Der Bundesweite Warntag startet überall pünktlich um 11 Uhr, das Sirenennetz dahinter ist aber alles andere als einheitlich. Viele Kommunen bauten ihre Anlagen nach dem Kalten Krieg zurück, seit 2021 fördern Bund und Länder deshalb gemeinsam den Wiederaufbau.
Wie unterschiedlich der Ausbaustand ist, zeigen aktuelle Zahlen. Hessen verfügt mittlerweile über mehr als 4.000 aktive Sirenen, rund 85 Prozent davon digitalisiert und in wenigen Sekunden auslösbar. Schleswig-Holstein investiert bis 2030 rund 23,2 Millionen Euro, Sachsen-Anhalt betreibt derzeit etwa 2.200 Sirenen. Wie dicht das Netz bei euch ist, hängt also stark vom Bundesland ab.
Manche Länder gehen sogar über den Bundesweiten Warntag hinaus. Rheinland-Pfalz führt seit 2025 zusätzlich einen eigenen Landesweiten Warntag im März durch, einzelne Landkreise organisieren zudem eigene, kreisweite Warntage. Je nachdem, wo ihr wohnt, werdet ihr also möglicherweise öfter als einmal im Jahr getestet.
Die kurze Antwort: weil Deutschland aus einer echten Katastrophe gelernt hat. Bei der Flut im Ahrtal am 14. Juli 2021 starben mehr als 180 Menschen, weil Warnungen vielerorts zu spät oder gar nicht ankamen. Als direkte Konsequenz führte der Bund im Februar 2023 Cell Broadcast ein und machte den jährlichen Warntag zum festen Stresstest für die gesamte Warnkette.
Relevant bleibt der Probealarm aber nicht nur wegen der Vergangenheit. Starkregen und Hochwasser treten laut Wetterdiensten inzwischen häufiger auf, gleichzeitig verweisen mehrere Innenministerien angesichts einer angespannten internationalen Sicherheitslage auf die wachsende Bedeutung eines funktionierenden Zivilschutzes. Der Warntag testet deshalb jedes Jahr aufs Neue, ob Sirenen, Cell Broadcast und Warnapps im Ernstfall wirklich zusammenspielen, bevor es wirklich darauf ankommt.
Was bedeutet die Entwarnung beim Warntag genau?
Die Entwarnung ist ein einminütiger, durchgängiger Sirenenton, der die vorherige heulende Warnung ablöst und anzeigt, dass keine Gefahr mehr besteht. Sie läuft gegen 11:45 Uhr über dieselben Kanäle wie zuvor die Probewarnung, bislang jedoch seltener über Cell Broadcast als über Sirenen, Radio oder Warnapps.
Ist die Teilnahme am Warntag fĂĽr alle Kommunen in Deutschland verpflichtend?
Nein, nicht jede Kommune ist zur Teilnahme verpflichtet. Der Bundesweite Warntag wird zentral vom Bund über Cell Broadcast und Warnapps ausgelöst, die Auslösung kommunaler Warnmittel wie Sirenen bleibt aber häufig freiwillig. Das erklärt, warum der Test in manchen Orten Deutschlands lauter ausfällt als in anderen.
Warum nutzt der Warntag Cell Broadcast statt einfach SMS?
Cell Broadcast sendet die Warnung gleichzeitig an alle Handys in einer Funkzelle, ganz ohne Telefonnummern oder Internetverbindung. SMS würde dagegen jedes Gerät einzeln anschreiben und könnte die Mobilfunknetze bei einer echten Katastrophe überlasten. Deshalb gilt Cell Broadcast international als zuverlässigerer Weg für Massenwarnungen.
Kostet der Alarm beim Warntag Geld oder Datenvolumen?
Nein. Cell Broadcast läuft unabhängig von eurem Datenvolumen oder SMS-Kontingent, die Warnung wird direkt über den Mobilfunkmast verteilt statt über euren Vertrag. Auch mit Prepaid-Karte oder leerem Guthaben entstehen dadurch keine Kosten, die Probewarnung kommt trotzdem an.
Bekommen auch Touristen und ausländische Handynummern die Warnung?
Cell Broadcast richtet sich nach dem Standort, nicht nach SIM-Karte oder Herkunft der Nummer. Wer sich am Warntag mit einem kompatiblen Smartphone in einer deutschen Funkzelle befindet, erhält die Probewarnung unabhängig davon, ob das Gerät ausländisch registriert ist oder im Roaming läuft.