Romy-Schokolade wird kleiner: Warum 150 Gramm trotz niedrigerem Preis teurer sind

Romy-Schokolade wird kleiner

Die Romy-Tafel schrumpft von 200 auf 150 Gramm. Obwohl der typische Verkaufspreis sinkt, steigt der Preis pro Menge. Dieser Artikel rechnet nach und zeigt, woran ihr ähnliche versteckte Preiserhöhungen im Supermarkt erkennt.

Was hat sich bei der Romy-Schokolade verändert?

Die Verbraucherzentrale Hamburg kürte die Romy-Schokolade von Hersteller Hosta am 8. September 2026 zur „Mogelpackung des Monats“. Der Grund: Die Füllmenge der Milchschokolade mit Kokos-Kakao-Creme sinkt von 200 auf 150 Gramm, das sind 25 Prozent weniger Inhalt. Die quadratische Verpackung behält dabei nahezu ihre alte Größe, verändert hat sich vor allem die Farbgestaltung.

Auf der Packung bewirbt Hosta die neue Optik als bloßen Facelift bei angeblich gleichbleibendem Genuss und verspricht zusätzlich eine unveränderte Rezeptur. Ein Blick in die Zutatenliste zeigt jedoch Unterschiede: Der Mindestkakaoanteil im Milchschokoladenanteil sank von 35 auf 31 Prozent, der Kohlenhydratgehalt stieg von 47 auf 51 Gramm pro 100 Gramm, und aus der Zutat „Molkenerzeugnis“ wurde „Süßmolkenpulver“. Die Verbraucherzentrale bewertet die Werbung mit einer unveränderten Rezeptur als irreführend, weil sich zentrale Bestandteile eben doch verändert haben.

200 gegen 150 Gramm: Was kostet Romy pro 100 Gramm?

Auf den ersten Blick wirkt die neue Tafel sogar günstiger: Der Verkaufspreis fällt meist von 2,99 auf 2,49 Euro. Der Blick auf den Grundpreis und den Kakaoanteil zeigt aber ein anderes Bild:

Alte Tafel Neue Tafel
Füllmenge 200 Gramm 150 Gramm
Verkaufspreis 2,99 € 2,49 €
Preis pro 100 Gramm 1,50 € 1,66 €
Kakaoanteil (Milchschokolade) 35 % 31 %

Rechnet man den Verkaufspreis auf 100 Gramm herunter, steigt der Preis von rund 1,50 auf 1,66 Euro. Das entspricht einer versteckten Preissteigerung von rund 11 Prozent, obwohl der Verkaufspreis auf dem Preisschild niedriger aussieht. Genau dieser Effekt macht Shrinkflation für Verbraucherinnen und Verbraucher so schwer zu durchschauen: Der Blick geht meist zum Gesamtpreis, nicht zum Grundpreis pro Menge.

Was sagt Hosta zur kleineren Tafel?

In einer Stellungnahme an die Verbraucherzentrale Hamburg begründet Hosta die kleinere Tafel damit, dass sie den heutigen Konsumgewohnheiten besser entspreche. Zusätzlich verweist das Unternehmen auf in den vergangenen Jahren gestiegene Rohstoffkosten, räumt aber selbst ein, dass sich die Marktpreise inzwischen teilweise wieder entspannt haben.

Die Verbraucherzentrale lässt dieses Argument nicht gelten. Nach ihrer Einschätzung sind die Preise für Rohkakao im Durchschnitt inzwischen wieder auf das Niveau von Ende 2023 gefallen, zeitweise lagen sie sogar deutlich darunter. Ein Teil der Kakaobutter wird bei Romy zudem durch andere pflanzliche Fette wie Sheabutter ersetzt, was die Herstellungskosten zusätzlich senkt und laut Kakaoverordnung bis zu einem Anteil von fünf Prozent erlaubt ist.

So erkennt man Shrinkflation im Supermarkt

Die Romy-Tafel ist kein Einzelfall, solche versteckten Preiserhöhungen tauchen regelmäßig in der Mogelpackungsliste der Verbraucherzentralen auf. Mit ein paar Handgriffen lassen sich ähnliche Fälle beim eigenen Einkauf erkennen:

  • Grundpreis vergleichen: Der kleine Preis pro Kilogramm oder Liter am Regal verrät mehr als der große Verkaufspreis.
  • Verpackungsgröße im Blick behalten: Bleibt die Packung gleich groß, obwohl weniger drin ist, ist Vorsicht angebracht.
  • Auf Formulierungen wie „neu“ oder „verbessert“ achten: Diese Begriffe kaschieren häufig eine kleinere Füllmenge.
  • Zutatenliste vergleichen: Wer ein Foto der alten Verpackung hat, kann Rezepturänderungen direkt gegenprüfen.
  • Mogelpackungsliste der Verbraucherzentrale nutzen: Dort werden aktuelle Fälle laufend gesammelt und dokumentiert.

Wer diese Punkte beim Einkaufen im Hinterkopf behält, erkennt versteckte Preiserhöhungen künftig schneller, ganz ohne Taschenrechner an der Supermarktkasse.