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In diesem Jahr hätte Mozart seinen 260. Geburtstag gefeiert. Anlass zur Freude gab es auf jeden Fall in Mannheim, denn über eine Woche fand der Mannheimer Mozartsommer statt, der somit fast selbst schon auf zehn Jahre des Bestehens zurückblicken kann. Die sechste Ausgabe beinhaltete ein wunderbares Programm, das einmal mehr zeigte, wie lebendig die Musik von Mozart einerseits und andererseits die Kulturwelt in und um Mannheim ist.
Das Fest fand wieder unter der Prämisse statt, neue Perspektiven auf die Musik des großen Komponisten zu werfen. Gehört und gesehen werden konnten daher neue Produktionen des Nationaltheater Mannheims, außerdem zwei Wiederaufnahmen und weitere Konzerte. Vorführungen gab es nicht nur in Mannheim, sondern auch in Speyer und Schwetzingen. Schon das Eröffnungskonzert mit Lang und Sciarrino konnte für Begeisterung sorgen. Den Rückblick auf den Mozartsommer in Mannheim gibt es in diesem Artikel.
Nachdem das Klassik- und Avantgarde-Festival 2007 ins Leben gerufen wurde, fand in diesem Jahr bereits die sechste Ausgabe statt. In Mannheim, Schwetzingen und Speyer fanden dazu zahlreiche Aufführungen und Konzerte statt. Das grundsätzliche Ziel des Mannheimer Mozartsommers besteht darin, die Musik von Mozart lebendig zu halten, indem auch neue Perspektiven geschaffen werden.
In diesem Jahr fand das Festival vom 16. bis zum 24. Juli statt. Die Verbindung von Mannheim und dem berühmten Komponisten ist seit jeher eng, da sich Mozart mehrfach in der kurpfälzischen Residenzstadt aufhielt und auch durch das dortige weltberühmte Orchester geprägt wurde. Verantwortlich für den Mozartsommer sind die Metropol- und die Festivalregion Rhein-Neckar.
An jedem Festivaltag gab es ein interessantes Programm, das für Freunde der Klassik sehr viel zu bieten hatte. Los ging es am 16. Juli mit dem Foyer-Konzert. Zeitgenössische Komponisten wie Salvatore Sciarrino und Bernhard Lang sorgten für den idealen Auftakt. Zudem gab es mit Peter Missottens Werk zur Arie „Basta vincesti“ eine interessante Klanginstallation, die zunächst in Mannheim startete und dann weiter nach Schwetzingen ging. Unter der Regie von Ingo Kerkhof und dem Dirigat von Dan Ettinger folgte die Premiere von „Idomeneo“ im Opernhaus des Nationaltheaters Mannheim. Somit konnte bereits der erste Tag als voller Erfolg verbucht werden.
Aber auch an den weiteren Tagen gab es ein volles Programm. Dazu gehörte das Wandelkonzert „Mozart im Park“ mit den Musikern des Nationaltheaters sowie einem 120-köpfigen Posaunenchor. „Zaide“ am Minerva-Tempel wurde als Open-Air-Oper aufgeführt. Das Stück wurde von Fredrik Zeller als ein modernes Quintett neu arrangiert. Der Sonntag in Schwetzingen endete mit dem Gala-Abend. „Che puro ciel“ wurde vom Countertenor Bejun Mehta und der Akademie der Alten Musik Berlin vorgetragen. Weitere Highlights der Woche waren „Don Giovanni. Letzte Party“, „Sieben Klangräume“, Kammermusik mit Nils Mönkemeyer und William Youn sowie „Midnight“, was experimentelles Musiktheater mit Tanz und Klangkunst verband.
Auch die jugendliche Opera seria „Mitridate, re di Ponto“ unter der Regie von Brieger und dem Dirigat von Dubrovsky konnte überzeugen. Interessant war das musikalische Roadmovie „Mozart in Moskau“ der Jungen Oper. Als Rahmenprogramm gab es außerdem einen allabendlichen Ausklang mit Live-Acts der Mannheimer Jazz-Szene sowie ein internationales Stipendiatenprogramm mit Workshops für Studierende. Zu guter Letzt gab es das große Finale „Schloss in Flammen“. Die Open-Air-Gala im Schlossgarten von Schwetzingen konnte alle überzeugen und fand einen tollen Abschluss mit einem großen barocken Synchronfeuerwerk, das zu „Capriccio Italien“ von Tschaikowski abgefeuert wurde.
Ohne Frage gilt Mozart als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Komponisten der westlichen Musikgeschichte. Gemeinsam mit Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven prägten sie die Epoche, die als Wiener Klassik bekannt werden sollte. Am 28. Januar 1756 geboren, wurde er auf den vollständigen Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart getauft. Der spätere Beiname Amadeus ist die lateinische Form des griechischen Theophilus, sodass er heute vor allem als Wolfgang Amadeus Mozart bekannt ist. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er in Salzburg, doch schon früh begannen Reisen durch ganz Europa. Zwischen 1777 und 1778 verbrachte er auch Zeit in Mannheim und starb schließlich 1791 im Alter von 35 Jahren in Wien.

Die Berühmtheit von Mozart fing bereits damit an, dass er schon früh als Wunderkind bezeichnet wurde – ein Ausdruck, der heute noch für sehr talentierte Kinder genutzt wird. Schon in frühen Jahren bewies er große Fähigkeiten, konnte Klavier und Geige spielen sowie eigene Stücke komponieren. Er hatte ein absolutes Gehör und ein unfassbares Musikgedächtnis, wodurch er auch komplexe Musik problemlos nach einmaligem Hören aufschreiben konnte. Mozart bewies Perfektion in jeder musikalischen Disziplin, ob nun bei Opern, Sinfonien, Kammermusik oder Sakralmusik. Einerseits zeigen seine Werke eine enorme psychologische Tiefe, andererseits zeichnen sie sich durch eine spielerische Leichtigkeit aus.
Das Klassik- und Avantgarde-Festival wurde in Mannheim, Speyer und Schwetzingen ausgetragen. Einmal mehr zeigte sich damit die Aktualität des Komponisten, der eine zwar kurze aber intensive Zeit in Mannheim verbrachte. Auch 225 Jahre nach Mozarts Tod ist seine Musik lebendig und wird immer wieder von neuen Generationen entdeckt. Dafür sorgt nicht zuletzt auch der Mannheimer Mozartsommer.