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Fast jeder zweite Neuwagen wird mittlerweile geleast. Die monatlichen Raten erscheinen attraktiv, doch bei der Leasingrückgabe des Fahrzeugs kann es teuer werden. Viele Leasingnehmer erleben eine böse Überraschung, wenn plötzlich Nachforderungen von mehreren tausend Euro ins Haus flattern.
Dabei lassen sich die meisten Kosten mit etwas Vorbereitung komplett vermeiden. Die häufigsten Streitpunkte betreffen Schäden am Fahrzeug, überschrittene Kilometerleistungen und fehlende Wartungsnachweise. Wer die typischen Fallen kennt und rechtzeitig reagiert, gibt sein Leasingfahrzeug ohne finanzielle Überraschungen zurück.
Bei Kilometerleasing wird zu Vertragsbeginn eine jährliche Laufleistung vereinbart. Überschreitet man diese Vorgabe, entstehen Mehrkilometer-Kosten zwischen 5 und 15 Cent pro Kilometer. Die meisten Verträge sehen einen Freibetrag von 2.500 Kilometern vor. Wer diese Grenze allerdings auch nur minimal überschreitet, zahlt für sämtliche Mehrkilometer – nicht nur für die Differenz zum Freibetrag.
Minderkilometer erscheinen auf den ersten Blick vorteilhaft, sind aber wirtschaftlich ungünstig für die Leasingrückgabe. Die Vergütung liegt meist nur bei 2 bis 7 Cent pro Kilometer, während man für diese Strecke bereits die reguläre Leasingrate gezahlt hat. Eine höhere Laufleistung zu vereinbaren und dann bewusst weniger zu fahren, kostet daher unterm Strich mehr Geld als umgekehrt. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Kilometerstand und verhandeln Sie bei absehbarer Überschreitung rechtzeitig mit dem Leasinggeber über eine Anpassung.
Das Leasingfahrzeug muss bei der Rückgabe keineswegs neuwertig sein. Rechtsprechung und Leasingbedingungen unterscheiden klar zwischen akzeptablen Gebrauchsspuren und übermäßiger Abnutzung. Kleine Steinschläge, leichte Kratzer unter einem Millimeter oder altersgemäße Sitzverschleißerscheinungen fallen unter normale Benutzung. Tiefe Dellen, großflächige Lackschäden oder zerrissene Sitzbezüge hingegen gelten als übermäßig.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Reparaturkosten und tatsächlichem Minderwert. Leasinggeber dürfen nicht einfach die vollen Instandsetzungskosten berechnen, sondern nur die tatsächliche Wertminderung des Fahrzeugs. Bei einer kleinen Delle beträgt der Minderwert oft nur einen Bruchteil der Reparaturkosten. In mehr als neun von zehn Fällen werden überhöhte Beträge angesetzt. Lassen Sie zweifelhafte Forderungen deshalb immer von einem Fachmann überprüfen, bevor Sie zahlen.
Besonders kritisch wird es, wenn eine Inspektion zum Rückgabezeitpunkt bereits fällig ist oder in Kürze ansteht. Als Faustregel gilt: Ist der Service innerhalb von 1.000 Kilometern oder im Rückgabemonat fällig, muss er vor der Übergabe erledigt werden. Auch die Hauptuntersuchung darf bei Rückgabe nicht überfällig sein. Planen Sie rechtzeitig, wann welche Wartungsarbeiten anstehen, und dokumentieren Sie jeden Werkstattbesuch sorgfältig.
Niemand muss ein Rückgabeprotokoll sofort vor Ort unterzeichnen. Händler drängen gerne auf eine schnelle Signatur, doch Leasingnehmer haben das Recht, das Dokument in Ruhe zu Hause zu prüfen. Eine Unterschrift bedeutet nicht automatisch die Anerkennung aller aufgeführten Schäden, erleichtert dem Leasinggeber aber die Beweisführung erheblich. Wer widersprechen möchte, sollte Einwände direkt im Protokoll vermerken lassen.
Das Protokoll dokumentiert lediglich den Zustand bei der Übergabe, nicht aber die spätere Kostenaufteilung. Schäden, die nicht im Protokoll der Leasingrückgabe stehen, können später nur schwer nachgefordert werden. Nehmen Sie deshalb bei der Rückgabe eigene Fotos vom gesamten Fahrzeug auf und lassen Sie sich eine Kopie des Protokolls aushändigen. Ein neutraler Zeuge kann im Streitfall zusätzlich helfen, Ihre Darstellung zu belegen.
Die Investition lohnt sich besonders bei wertvollen Fahrzeugen oder wenn bereits sichtbare Beschädigungen vorliegen. Smart-Repair-Lösungen für kleine Dellen und Kratzer kosten oft nur einen Bruchteil des angesetzten Minderwerts. Nach der offiziellen Rückgabe ist ein eigenes Gutachten nicht mehr möglich. Vergleichen Sie die Reparaturkosten immer mit dem drohenden Minderwert – häufig spart die vorab durchgeführte Beseitigung mehrere hundert Euro. Die Fahrzeuge haben auch keine unendliche Lebensdauer.
Saubere Fahrzeuge werden nachweislich milder bewertet als verschmutzte. Eine professionelle Aufbereitung für 120 bis 300 Euro beseitigt hartnäckige Verschmutzungen, Gerüche und kleinere optische Mängel. Gutachter arbeiten bei gepflegten Autos deutlich wohlwollender, da ein sauberer Gesamteindruck die Wahrnehmung einzelner Makel positiv beeinflusst.
Bei regelmäßig gepflegten Fahrzeugen ohne erkennbare Probleme kann man auf die Aufbereitung verzichten. Lohnenswert ist sie vor allem bei sichtbarer Verschmutzung, Geruchsbelastung durch Raucher oder Haustiere sowie bei Fahrzeugen mit höherem Restwert. Eine gründliche Außen- und Innenreinigung samt Politur kostet weniger als die Nachforderung für „mangelnde Fahrzeugpflege“. Investieren Sie das Geld lieber vorher als hinterher doppelt zu zahlen.