Bei einem Online-Kauf von Fenstern profitiert man von einer großen Auswahl, transparenten Preisen und kurzen Lieferzeiten. Aber es kann auch schnell zu kostspieligen Fehlbestellungen kommen. Das passiert vor allem immer dann, wenn ein falsch ermitteltes Maß bei der Bestellung durchgegeben wird. Denn die Präzision beim Aufmaß entscheidet darüber, ob ein Fenster später luftdicht sitzt, Energie spart und baurechtliche Anforderungen erfüllt.
Wer Fenster online kaufen möchte, muss daher stets größte Sorgfalt beim Ausmessen der Fenster walten lassen. Das korrekte Aufmaß bildet dementsprechend dann auch die Grundlage jeder Fensterbestellung. Allerdings kommt es dabei oft zu Messfehlern.
Zahlen belegen das: Laut einer Erhebung des Instituts für Bauforschung (IFB) entstehen rund 27 Prozent aller Reklamationen bei Fenstermontagen durch fehlerhafte Maßangaben. Besonders problematisch sind dabei unberücksichtigte Laibungsunebenheiten und falsch interpretierte Normmaße.
Da Online-Shops bei der Bearbeitung der Bestellung strikt nach den angegebenen Bestellmaßen vorgehen und maßgefertigte Fenster vom Widerruf ausgeschlossen sind, führt ein Messfehler oftmals unmittelbar zu finanziellen Verlusten. Ein fachlich korrektes Aufmaß stellt daher nicht erst bei der Montage, sondern bereits bei der Bestellung beziehungsweise beim Kauf einen zentralen Kostenfaktor dar.
Neben den Messfehlern aufgrund baulicher Besonderheiten spielt überdies auch die korrekte Interpretation der Bestellmaße eine zentrale Rolle. Hier gilt: Online-Shops verlangen in der Regel die Außenmaße des Fensterrahmens, weshalb die Einbauluft bereits vorab abgezogen werden muss. Eine strukturierte Checkliste hilft dabei, alle relevanten Punkte zu erfassen und Messfehler zuverlässig zu vermeiden. Auf diese Weise entsteht ein belastbares Aufmaß, das die Grundlage für eine passgenaue und technisch einwandfreie Fensterbestellung bildet. Dabei stehen diese zentralen Schritte für ein präzises Fensteraufmaß:
Denn durch diese Vorgehensweise lassen sich unregelmäßige Maueröffnungen frühzeitig erkennen. Viele Messfehler entstehen aber auch durch falsche Werkzeuge oder eine unzureichende Vorbereitung. So verfälschen zum Beispiel verzogene Zollstöcke, fehlende Wasserwaagen oder das Messen „über Putz“ die tatsächliche Rohbauöffnung.
Auch durch das Ignorieren von Toleranzen, wie etwa das Berücksichtigen der erforderlichen Einbauluft, kommt es häufig zu falschen Messergebnissen und damit auch zu Bestellfehlern beim Online-Kauf. Die Einbauluft dient dabei dem spannungsfreien Einsetzen des Rahmens und variiert je nach Material, Mauerwerk und Montagesystem.
Hersteller empfehlen meist 10 bis 15 Millimeter, während die ift-Richtlinie MO-01 eine flexible Toleranzspanne abhängig von der Laibungsgeometrie vorsieht. Entscheidend ist, dass die Einbauluft beim Messvorgang gleichmäßig berücksichtigt wird, um Wärmebrücken und Undichtigkeiten zu vermeiden. Dies zeigt, wie wichtig, die korrekte Ausführung und Planung von Fenstern ist, um Bestellfehler beim Online-Kauf von Fenstern auszuschließen.
Werden diese baulichen Besonderheiten nicht beachtet, mangelt es dem Aufmaß der jeweiligen Fenster an Präzision. Auch die Geometrie der Wandöffnung verdient besondere Aufmerksamkeit. Denn eine nicht rechtwinklige Laibung kann zu Spannungen im Rahmen führen und die Dichtheit beeinträchtigen. Zusätzliche Bauteile wie Rollladenkästen oder Fensterbankanschluss-Profile beeinflussen ebenfalls das endgültige Maß und sollten vor der Bestellung eindeutig geklärt werden.