Wintereinbruch in Rheinland-Pfalz
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Wintereinbruch in Rheinland-Pfalz? Was Wettermodelle zeigen

Frostige Nächte, Nebel im Rheintal und der erste Schnee in den Alpen: Der November zeigt früh seine kalte Seite. Einige Wettermodelle haben für die Zeit um den 10. November sogar einen kräftigen Kälteeinbruch vorhergesagt. Was steckt dahinter und was bedeutet das für euch in Rheinland-Pfalz?

Wir haben die aktuellen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), des ECMWF und des GFS eingeordnet. Die kurze Antwort vorweg: Ein Wintereinbruch in Rheinland-Pfalz ist möglich, aber längst nicht sicher.

Hochdruck bremst den Wintereinbruch bis zum 9. November

Laut der Mittelfristprognose des DWD vom 2. November bestimmt zunächst ein Hoch das Wetter. Bis mindestens zum 9. November bleibt es überwiegend ruhig und vielerorts trocken, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet. Nebel und Hochnebel können sich dabei teils den ganzen Tag über halten.

Für Rheinland-Pfalz und das Saarland erwartet der DWD bis Donnerstag, 5. November, ein Wechsel aus Sonne und Wolken. Die Höchstwerte liegen laut Wochenblatt Reporter bei 7 bis 10 Grad, in den Bergen bei etwa 5 Grad. Viel Regen ist zunächst nicht in Sicht.

In klaren Nächten gibt es örtlich leichten Frost. Das ist im November allerdings völlig normal. Ein DWD-Meteorologe betonte zuletzt, dass nächtliche Minusgrade kein Zeichen für einen ungewöhnlich frühen Wintereinbruch sind.

Kaltluft um den 10. November als möglicher Wintereinbruch

Spannender wird es ab der zweiten Novemberwoche. Das europäische Modell ECMWF und das US-Modell GFS hatten Ende Oktober einen Kaltluftvorstoß um den 10. November herum berechnet. Kalte Luft würde dann aus dem Norden oder Nordosten nach Mitteleuropa strömen.

Einzelne Modellläufe zeigten in rund 1.500 Metern Höhe Werte zwischen -6 und -10 Grad. Laut Meteored deuteten manche Läufe sogar auf Schnee bis ins Tiefland hin, lokal mit bis zu 10 Zentimetern.

Meteorologe Dominik Jung von wetter.net hält den Schneetrend für Mitte November allerdings für wackelig. Auffällig sei jedoch, dass das Kältesignal immer wieder auftaucht. Andere Modellläufe zeigen dagegen deutlich mildere Entwicklungen.

Wann kommt der Wintereinbruch nach Rheinland-Pfalz?

Wann kommt der Wintereinbruch? Frühestens um den 10. November und auch dann vor allem in den Höhenlagen. Für Eifel, Hunsrück und Westerwald wären Frostnächte und erste Flocken denkbar, am Rhein und an der Mosel hingegen deutlich weniger wahrscheinlich.

Der Erbeskopf im Hunsrück ist mit 816 Metern der höchste Berg im Land. Dort und auf den Eifelhöhen hat Schnee die besten Chancen. In den Tälern fällt Niederschlag in solchen Lagen häufig als Regen.

📅 Zeitraum 🌡️ Was die Prognosen zeigen ❄️ Schnee in Rheinland-Pfalz?
3. bis 5. November Sonne und Wolken, 7 bis 10 Grad, in den Bergen um 5 Grad Nein
6. bis 9. November Hochdruck, ruhig und trocken, Nebel, leichter Nachtfrost Nein
um den 10. November Möglicher Kaltluftvorstoß aus Norden, Modelle uneinig Allenfalls in Eifel, Hunsrück und Westerwald
12. bis 17. November Leicht erhöhte Niederschlagssignale, teils mildere Atlantikluft Eher Regen als Schnee

Und wann kommt der nächste Wintereinbruch, falls dieser ausfällt? Sicher lässt sich das heute noch nicht sagen. Wie hilfreich eigene Messwerte vor der Haustür sein können, wurde zuletzt auch bei unserem Vergleich von Wetterstationen und Hygrometern deutlich.

Warum ein Wintereinbruch mit viel Schnee unwahrscheinlich bleibt

Für Schnee braucht es zwei Zutaten: Kälte und Niederschlag. Genau diese Kombination lässt sich derzeit nicht zuverlässig vorhersagen. Ein Hoch bringt zwar kalte Nächte, aber meist trockene Luft und kaum Schnee.

Laut wetterprognose-wettervorhersage.de sind Niederschlagssignale bis zum 11. November kaum vorhanden. Zwischen dem 12. und dem 17. November steigen sie nur leicht an. Für Schnee bis ins Flachland sieht der DWD aktuell keine belastbaren Anzeichen.

Einige Berechnungen deuten nach dem 10. November sogar auf eine Milderung hin. Dann käme wieder häufiger Luft aus dem Atlantik, vor allem im Westen und Südwesten. Für Rheinland-Pfalz hieße das eher Regen statt einer Schneedecke.

Auch die saisonalen Berechnungen des ECMWF zeigen für Deutschland überwiegend Temperaturen über dem langjährigen Mittel. Einzelne Kältewellen schließen solche Monatsprognosen jedoch nicht aus.

Welche Rolle der Polarwirbel beim Wintereinbruch spielt

Viele Schlagzeilen drehen sich derzeit um den Polarwirbel. Gemeint ist ein Ring aus Westwinden hoch über der Arktis, der die Kälte normalerweise im Norden hält. Gerät er ins Wanken, kann polare Luft leichter nach Süden ausbrechen.

Wie 20 Minuten unter Berufung auf Meteonews berichtet, gerät der Polarwirbel schon Anfang November ins Wanken. So früh wurde das seit Messbeginn in den 1950er-Jahren nicht beobachtet. Weil sich der Wirbel noch aufbaut, ist die Störung aber eher schwach.

Ein gestörter Polarwirbel bedeutet also nicht automatisch Schnee am Rhein. Wie vielschichtig das Wetter sein kann, wurde zuletzt auch in unserem Beitrag zu extremen Wetterereignissen deutlich.

Fazit: Wintereinbruch in Rheinland-Pfalz bleibt offen

Bis zum 9. November bleibt es in Rheinland-Pfalz ruhig, trocken und nachts teils frostig. Danach zeigen ECMWF und GFS einen möglichen Kaltluftvorstoß, doch die Modelle schwanken stark. Ein Wintereinbruch mit viel Schnee bis ins Flachland ist derzeit nicht belegt.

Am ehesten dürfen sich Eifel, Hunsrück und Westerwald auf erste Flocken einstellen. Behaltet die Warnungen des DWD im Blick und plant Ausflüge flexibel, wie wir es auch für den Herbst in Rheinland-Pfalz empfohlen haben.

Die nächsten Modellläufe entscheiden, ob der Winter Mitte November wirklich anklopft. Wir halten euch auf dem Laufenden.