Eine Stirnhöhlenentzündung ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Stirnhöhlen – den luftgefüllten Hohlräumen über den Augenbrauen. Sie entsteht meist durch eine Erkältung und äußert sich durch ein Druckgefühl, eine verstopfte Nase und Kopfschmerzen.
Was hilft bei einer Stirnhöhlenentzündung?
Die gute Nachricht: Etwa 80 % der akuten Stirnhöhlenentzündungen heilen innerhalb von 2 Wochen von selbst – auch ohne spezifische Behandlung.
Mit den richtigen Tipps bei Stirnhöhlenentzündung lassen sich die Beschwerden aber deutlich lindern und der Heilungsprozess unterstützen. Hier eine Übersicht zu den besten Hausmitteln:
Nasenspülungen mit Salzlösung
Eine Nasenspülung ist die effektivste Selbsthilfemaßnahme bei Stirnhöhlenentzündung.
So geht’s richtig:
- hochvolumige Spülungen: mindestens 150 ml pro Anwendung
- Salzkonzentration: isoton bis leicht hyperton (leicht salzig)
- Häufigkeit: 2–3× täglich
- Hygiene: Nasendusche nach jeder Anwendung gründlich reinigen
Warum es hilft: Nasenspülungen befeuchten die Schleimhaut, lösen festsitzendes Sekret und spülen Krankheitserreger mechanisch aus.
Weitere bewährte Hausmittel
- Inhalation warmer Dämpfe (mit Salzlösung oder Kamille) zur Linderung
- ausreichend trinken: mindestens 2 Liter pro Tag – hält Schleimhäute feucht und Sekret dünnflüssig
- körperliche Schonung: unterstützt das Immunsystem bei der Heilung
Bei Kopf- und Gesichtsschmerzen können freiverkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt werden. Diese wirken schmerzlindernd und leicht entzündungshemmend.
⚠️ Wenn die bewährten Hausmittel gegen Stirnhöhlenentzündung nicht ausreichen oder bestimmte Warnsignale auftreten, ist eine ärztliche Vorstellung erforderlich.
Wann zum Arzt mit einer Stirnhöhlenentzündung?
Treten diese Symptome bei einer Stirnhöhlenentzündung auf, sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden:
- orbitale Beteiligung: Schwellungen oder Rötungen rund um das Auge (Orbitaödem, Orbitaphlegmone)
- visuelle Symptome: Sehstörungen oder Doppelbilder
- neurologische Komplikationen: Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit (Hinweis auf Meningitis oder intrazerebrale Abszesse)
- hohes Fieber über 38,5° C
- persistierende Beschwerden: keine Besserung nach 10–14 Tagen oder plötzliche Verschlimmerung
- Risikopatienten: Immunschwäche, Immunsuppression oder chronische Lungenerkrankungen
Die typischen Symptome einer Stirnhöhlenentzündung
Eine Stirnhöhlenentzündung macht sich meist durch mehrere Beschwerden gleichzeitig bemerkbar. Mindestens 2 der folgenden Leitsymptome sollten vorliegen, damit die Diagnose wahrscheinlich ist:

Die 4 Hauptsymptome
- verstopfte Nase (Nasenatmungsbehinderung)
Die Nase ist blockiert, das Atmen durch die Nase fällt schwer oder ist kaum möglich. Die Schleimhaut ist angeschwollen.
- Gesichtsschmerz und Druckgefühl
Typisch ist ein dumpfer Druck oder Schmerz über der Stirn und den Augenbrauen. Besonders charakteristisch: Die Beschwerden verstärken sich beim Vorbeugen des Kopfes oder bei
schnellen Kopfbewegungen.
- Nasensekret
- anterior: das Sekret läuft nach vorne raus – oft gelblich-grün verfärbt
- posterior: Das Sekret läuft den Rachen hinunter („postnasal drip“)
- Riechstörung
Der Geruchssinn ist eingeschränkt – Düfte werden schwächer wahrgenommen oder gar nicht mehr gerochen. Oftmals geht mit einer Riechstörung auch ein verminderter Geschmackssinn einher.
Weitere mögliche Symptome
Neben den 4 Hauptsymptomen berichten viele Betroffene auch von:
- Kopfschmerzen – oft im Stirnbereich lokalisiert
- leichtem Fieber – besonders bei bakteriellen Entzündungen
- Zahnschmerzen im Oberkiefer (bei Beteiligung der Kieferhöhlen)
- Müdigkeit und allgemeinem Krankheitsgefühl
Wichtig zu wissen: Fieber und Gesichtsschmerzen allein sind kein sicheres Zeichen für eine bakterielle Entzündung. Auch die Dauer der Beschwerden lässt keine verlässliche Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Ursache zu.
Wie wird eine Stirnhöhlenentzündung diagnostiziert?
In den meisten Fällen erfolgt eine klinische Diagnose – also die Erhebung der typischen Symptome einer Stirnhöhlenentzündung und eine körperliche Untersuchung.

Wichtig für die Diagnose:
- mindestens 2 der 4 Hauptsymptome (verstopfte Nase, Gesichtsschmerz, Nasensekret, Riechstörung) liegen vor
- Rhinoskopie oder nasale Endoskopie zur Beurteilung der Nasenschleimhaut
Gut zu wissen:
Bildgebende Verfahren (CT, MRT) sind bei akuter Stirnhöhlenentzündung routinemäßig nicht erforderlich. Sie kommen nur zum Einsatz bei Verdacht auf Komplikationen (z. B. Augenbeteiligung) und wiederkehrenden Entzündungen (rezidivierende ARS) in der fachärztlichen Abklärung.
Die Ursachen einer Stirnhöhlenentzündung
Eine Stirnhöhlenentzündung entwickelt sich meist schrittweise – und fast immer beginnt alles mit einer harmlosen Erkältung.
Der typische Verlauf
- Viren lösen die Entzündung aus:
In den meisten Fällen sind Erkältungsviren der Auslöser. Sie befallen die Schleimhaut in Nase und Nebenhöhlen, die daraufhin anschwillt. Die Verbindungsgänge zwischen Stirnhöhle und Nase verengen sich. Das Sekret kann dann nicht mehr richtig abfließen und staut sich.
- Selten: Bakterien kommen hinzu:
Bei den meisten Menschen klingt die virale Entzündung nach einigen Tagen von selbst ab. Nur in etwa 0,5–2 % der Fälle siedeln sich zusätzlich Bakterien an und verstärken die Entzündung – man spricht dann von einer bakteriellen Superinfektion.
Die häufigsten bakteriellen Erreger sind:
- Pneumokokken (36–40 %)
- Haemophilus influenzae (22–50 %)
- Staphylococcus aureus (3–5 %)
Risikofaktoren für eine Stirnhöhlenentzündung
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, dass aus einer einfachen Erkältung eine Stirnhöhlenentzündung wird:

Allergien
Allergische Rhinitis (z. B. Heuschnupfen) ist ein nachweislich bedeutsamer Risikofaktor. Die dauerhaft geschwollene Schleimhaut begünstigt Entzündungen.
Chronische Atemwegserkrankungen
- Asthma – besonders in Kombination mit Nasennebenhöhlenentzündungen häufig
- COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
Anatomische Besonderheiten
- schiefe Nasenscheidewand (Septumdeviation)
- enge Verbindungsgänge zwischen Nase und Nebenhöhlen
- Nasenpolypen
Diese anatomischen Varianten können den Sekretabfluss behindern – allerdings ist die Abgrenzung zwischen harmlosem Zufallsbefund und tatsächlichem Auslöser im Einzelfall schwierig.
Zahnprobleme (odontogene Ursachen)
Besonders bei Kieferhöhlenentzündungen können auch Zahninfektionen eine Rolle spielen:
- Entzündungen der Zahnwurzel
- nicht erkannte Verbindungen zwischen Mund und Kieferhöhle nach Zahnentfernung
- Implantate oder Füllmaterial, das in die Kieferhöhle gelangt ist