Deep Fakes erkennen
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KI-Fakes erkennen: Wie Deep Fakes Promis für tot erklären

Erst ein Foto aus dem Krankenhaus, dann die Nachricht vom verlorenen Baby: Über GZSZ-Star Anne Menden kursierte eine komplett erfundene Unglücksmeldung. Ihre Kollegin Josefin Bressel las auf Facebook sogar, sie sei nach langer Krankheit verstorben.

Beide sprechen jetzt gegenüber RTL offen über digitale Gewalt. Ihr Fall zeigt, wie alltäglich erfundene Todesmeldungen über Promis geworden sind. Wir erklären, woran ihr KI-Fakes erkennt und was ihr dagegen tun könnt.

Warum KI-Fakes ständig Promis für tot erklären

Im Sommer zeigte ein Beitrag von „hallo deutschland“ im ZDF KI-Fakes, die Thomas Gottschalk und „Bares für Rares“-Händler Fabian Kahl für tot erklärten. Laut dem Sender imitieren die Fälscher dabei sogar die Stimmen der Stars.

Im September zeigte sich Gottschalk krebsfrei auf dem Oktoberfest. Trotzdem tauchen solche Clips immer wieder auf. Das Ziel ist meist simpel: Aufmerksamkeit und Klicks.

Ein angeblicher Tod schockiert, wird geteilt und bringt Reichweite auf Kanäle, die damit Geld verdienen. Manche Täter gehen weiter und missbrauchen das Vertrauen der Fans für Betrug. Wie Kriminelle im Netz mit Vertrauen spielen, war zuletzt auch beim Betrug im Online-Casino zu erkennen.

Was sind Deep Fakes und wie entstehen sie?

Deep Fakes sind mit künstlicher Intelligenz erzeugte oder veränderte Bilder, Videos und Tonaufnahmen, die echt wirken sollen. Eine gängige Deep Fakes Definition betont genau das: Gezeigt wird etwas, das so nie passiert ist.

Was bedeutet Deep Fakes wörtlich? Der Begriff verbindet „Deep Learning“, eine Methode des maschinellen Lernens, mit dem englischen Wort „Fake“. Wer nach der Deep Fakes Bedeutung sucht, landet also bei einer Fälschung, die eine KI aus vielen Beispielen gelernt hat.

Für solche Clips braucht heute niemand mehr ein Filmstudio. Oft genügen eine Deep Fakes App, ein paar öffentliche Fotos und eine geklonte Stimme. Deshalb lassen sich KI Deep Fakes über Prominente inzwischen in großer Masse produzieren.

Wie schwer es sein kann, Inszenierung und Wirklichkeit zu trennen, war schon im Thriller The Game zu erkennen. Dort zweifelt ein Mann irgendwann an allem, was er sieht.

Typische KI-Fakes Beispiele aus den letzten Monaten

Besonders betroffen sind Schlager- und Serienstars mit treuen Fans. Schlagersänger Vincent Gross sagte gegenüber Brisant, er sterbe inzwischen „dreimal in der Woche“. Mal trauert angeblich Beatrice Egli an seinem Sarg, mal geht es um erfundene Baby-News.

Die Videos sehen auf den ersten Blick aus wie echte TV-Beiträge. Tatsächlich bestehen sie aus Fotos, KI-generierten Stimmen und dramatischer Musik. Zusätzlich schreiben Fake-Profile in seinem Namen Fans an und bitten um Geld.

Auch „Sturm der Liebe“-Darstellerin Johanna Graen wurde mehrfach Opfer. Auf Facebook kursierten über sie KI-Bilder zu ihrem angeblichen Tod und einer erfundenen Schwangerschaft. Die Fälle zeigen ein klares Muster aus Schock, Trauer und Klicks.

Woran ihr KI-Fakes erkennen könnt

Die wichtigste Regel: Echte Todesfälle bekannter Menschen melden Nachrichtenagenturen und große Medien meist sehr schnell. Taucht eine Meldung nur auf YouTube oder in einer Facebook-Gruppe auf, ist Misstrauen angebracht. Diese Warnsignale helfen euch beim Check.

  • Quelle:
    Prüft, ob seriöse Medien oder das offizielle Profil des Stars die Nachricht bestätigen. Fehlt jede Bestätigung, spricht viel für einen Fake.
  • Machart:
    Standbilder mit Zoom-Effekt, Trauermusik und eine monotone Sprecherstimme sind typisch für solche Clips.
  • Bildfehler:
    Achtet auf verformte Hände, verschwommene Ränder, unlesbare Schrift oder Lippen, die nicht zur Stimme passen.
  • Kanal:
    Neue Kanäle ohne Impressum, die ständig ähnliche Tragödien posten, sind ein deutliches Warnsignal.
  • Bildersuche:
    Mit einer Rückwärtssuche findet ihr oft das Originalfoto und seinen echten Zusammenhang.

Wie die Verbraucherzentrale NRW erklärt, schreibt die EU-KI-Verordnung seit dem 2. August 2026 eine Kennzeichnung von Deep Fakes vor. KI-Wasserzeichen lassen sich allerdings teilweise entfernen. Ein fehlender Hinweis beweist also noch keine Echtheit.

Habt ihr einen Fake entdeckt, teilt ihn nicht weiter, auch nicht mit warnendem Kommentar. Meldet den Beitrag direkt bei der Plattform. Betroffene können sich bei der Organisation HateAid kostenlos beraten lassen.

🚩 Warnsignal ✅ Euer Check
Todesnachricht nur auf YouTube oder Facebook Bei Nachrichtenagenturen und großen Medien gegenprüfen
Standbilder, Trauermusik, Roboterstimme Als typischen KI-Clip einordnen und nicht teilen
Fan-Nachricht mit Bitte um Geld Nie zahlen, Profil melden, Polizei einschalten
Kein KI-Hinweis am Beitrag Trotzdem Quelle prüfen, Wasserzeichen sind entfernbar

Wie Collien Fernandes Deep Fakes in den Landtag brachte

Dass KI-Fakes im politischen Alltag angekommen sind, zeigt Moderatorin Collien Fernandes. Sie wurde selbst Opfer sexualisierter Fälschungen und gefälschter Profile in ihrem Namen. Anfang Oktober 2026 sprach sie als Sachverständige im Ausschuss für Kultur und Medien im NRW-Landtag.

Schon seit dem 4. Mai 2026 zeigt die ARD Mediathek ihre Dokumentation „F*CK DEEPFAKES!“. Darin erklärt Fernandes gemeinsam mit Fachleuten, wie manipulierte Inhalte entstehen und wem sie schaden.

Auch die GZSZ-Stars setzen auf Öffentlichkeit. Die RTL-Serie greift digitale Gewalt in einer Handlung um Bressels Rolle Alicia auf und arbeitet dafür mit HateAid zusammen. Anne Menden richtet sich direkt an Betroffene: „Ihr seid nicht allein.“

Fazit: Deep Fakes verlieren ihre Wirkung durch Skepsis

Falsche Todesmeldungen über Promis sind kein Randphänomen mehr. Von Thomas Gottschalk bis Anne Menden gilt: Je emotionaler die Nachricht, desto schneller wird sie geteilt. Gegen Deep Fakes hilft deshalb vor allem ein kurzer Faktencheck.

Die neue Kennzeichnungspflicht in der EU ist ein Anfang. Euren kritischen Blick ersetzt sie aber nicht, denn Wasserzeichen lassen sich entfernen und neue Kanäle entstehen schneller, als Plattformen löschen können.

Wer Quelle, Machart und Kanal prüft, entlarvt die meisten Fälschungen in wenigen Minuten. Und wer nichts Ungeprüftes teilt, nimmt den Fälschern ihr wichtigstes Werkzeug: die Reichweite.