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Ein Entwicklerteam hat Red Dead Redemption 2 auf einem iPhone 18 Pro zum Laufen gebracht. Ohne PC, ohne Streaming, komplett auf dem Gerät selbst. Die Meldung macht seit Tagen die Runde, meist mit der Angabe von 30 Bildern pro Sekunde. Diese Zahl erzählt allerdings nur die halbe Geschichte, und nutzen könnt ihr das Ganze vorerst ohnehin kaum.
Was das Emulator-Projekt wirklich zeigt
Hinter dem Projekt steht das Werkzeug Madeira, das Windows-Spiele auf iOS ausführbar macht. Der Entwickler veröffentlichte auf X ein Video der laufenden PC-Fassung von Red Dead Redemption 2. Das Spiel rendert dabei in etwa 720p. Eine Verbindung zu einem Rechner oder einem Cloud-Dienst gibt es nicht.
Der Entwickler selbst nennt den Stand einen experimentellen Build und räumt Grafikfehler ausdrücklich ein. Diese Einordnung ging in vielen Meldungen unter, die nur die Bildrate aufgriffen. Auch die Zahl 30 stammt aus seinem eigenen Beitrag, nicht aus einem unabhängigen Test.
Eine technische Analyse des Demo-Materials zeichnet ein anderes Bild. In Menüs und Ladebildschirmen erreicht das Spiel bis zu 60 FPS. In echten Spielszenen mit dichter Vegetation und Kutschen liegt die Bildrate dagegen zwischen 18 und 25 FPS. Beim Kompilieren von Shadern kommt es zusätzlich zu Einbrüchen, besonders in Saint-Denis geraten die Frametimes ins Schwanken.
Bemerkenswert bleibt der Vorgang trotzdem. Der Speicherbedarf lag beim Rendern komplexer Szenen bei rund 7,4 Gigabyte Arbeitsspeicher. Dass ein Telefon eine solche Last überhaupt stemmt, war vor wenigen Jahren undenkbar.
Wie Madeira ein PC-Spiel auf das iPhone bringt
Technisch stapelt Madeira gleich drei Übersetzungsschichten übereinander. Zuerst wandelt der Emulator FEX die x86-64-Befehle in ARM64 um, die Apples Chips verstehen. Eine angepasste Wine-Version übersetzt anschließend Windows-Systemaufrufe in iOS-Aufrufe. Ein eigener Laufzeit-Baustein übersetzt schließlich DirectX 12 in Apples Metal.
Am Spiel selbst muss dafür nichts geändert werden. Genau diese Verkettung erklärt aber auch, warum unterwegs Leistung verloren geht. Jede Schicht kostet Rechenzeit, und das auf einem Akku statt an der Steckdose.
Für euch als Nutzer liegt der eigentliche Haken woanders. Damit die Übersetzung in Echtzeit schnell genug läuft, braucht Madeira JIT-Kompilierung. iOS lässt das aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nicht zu. Die einzige Ausnahme sind zugelassene alternative Browser-Engines.
Madeira wird deshalb nie im App Store erscheinen. Wer es nutzen will, muss die App manuell per Sideload installieren und JIT über ein Debugger-Werkzeug freischalten. Mit iOS 18.4 hat Apple auch diesen Weg weiter eingeschränkt. Machbar ist er weiterhin, einfach aber nicht. Welche Regeln Apple mit der aktuellen Systemversion sonst noch gesetzt hat, lest ihr in unserem Überblick zu iOS 27.
Welche Geräte und Spiele funktionieren?

Als Mindestanforderung nennt das Projekt ein iPhone 13 Pro. Sinnvoll spielbar wird es aber erst mit deutlich neuerer Hardware, wie die Demo auf dem iPhone 18 Pro zeigt. Ältere Modelle dürften an Arbeitsspeicher und Rechenleistung scheitern.
Red Dead Redemption 2 ist nicht der einzige Titel. Der Entwickler zeigte auch GTA 5, Fallout 4 und Ultrakill, diese laufen aber noch nicht rund. Am besten funktionieren DRM-freie Spiele, da Kopierschutzsysteme die Übersetzungsschichten zusätzlich belasten.
An dieser Stelle lohnt eine Unterscheidung, die leicht untergeht. Vom ersten Red Dead Redemption gibt es längst eine offizielle Mobilfassung für iPhone und iPad. Diese läuft ganz regulär aus dem App Store, ohne Sideload und ohne Bastelei.
Die Leistung ist dort entsprechend solide. Auf iPhone 15 Pro, 16 Pro und 17 Pro zielt der Performance-Modus auf 40 FPS. Der Fidelity-Modus hält stabile 30 FPS. Nur das emulierte Red Dead Redemption 2 bleibt ein Bastelprojekt.
Fazit: beeindruckend, aber kein Spiel für nebenbei
Als technische Demonstration ist das Projekt bemerkenswert. Drei Übersetzungsschichten und ein PC-Blockbuster auf einem Telefon, das ist eine echte Leistung. Für den Alltag taugt das Ganze bislang jedoch nicht.
Wer RDR2 unterwegs spielen will, fährt mit Cloud-Streaming oder einem Handheld besser. Sideload, JIT, 720p und Bildraten unter 25 FPS ergeben zusammen kein entspanntes Spielerlebnis. Spannend wird die Sache erst, wenn die Übersetzungsschichten weiter optimiert sind.