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Herkömmliche Spülmaschinentabs stecken oft in Plastikfolie und enthalten zahlreiche chemische Stoffe. Viele dieser Inhaltsstoffe sind biologisch nur schwer abbaubar. Phosphate, Polycarboxylate und synthetische Duftstoffe belasten die Gewässer langfristig. Gerade umweltbewusste Haushalte suchen deshalb nach Alternativen. Eine besonders einfache Lösung liegt dabei in der eigenen Küche. Mit nur drei Zutaten lassen sich Geschirrspüler-Tabs selber machen, die frei von bedenklichen Chemikalien sind.
Der Aufwand für die Herstellung ist minimal. Alle nötigen Bestandteile gibt es in jedem Drogeriemarkt. Auch die benötigten Hilfsmittel finden sich in fast jedem Haushalt bereits vor. Eine Schüssel, ein Löffel und eine Eiswürfelform genügen. In weniger als zehn Minuten entsteht ein Vorrat für mehrere Wochen. Dabei spart diese Methode nicht nur Verpackungsmüll, sondern auch bares Geld.
Für das Grundrezept braucht es lediglich Natron, Waschsoda und Zitronensäure in Pulverform. Alle drei Stoffe gelten als Hausmittel-Klassiker und sind biologisch abbaubar. In der Regel kosten sie pro Kilogramm zwischen zwei und vier Euro. Ein Kilogramm reicht je nach Dosierung für bis zu hundert Tabs. Am besten eignet sich reine Soda, also Natriumcarbonat, und kein Kristallsoda. Letzteres enthält bereits Wasser und löst eine unerwünschte Reaktion beim Mischen aus.
Das Mischverhältnis ist denkbar simpel: Alle drei Zutaten werden zu gleichen Teilen abgewogen. Ein guter Startpunkt sind jeweils 200 Gramm pro Zutat. Wer möchte, kann noch wenige Tropfen ätherisches Öl hinzufügen. Zitronen- oder Orangenöl verleihen den Tabs einen frischen Duft. Allerdings handelt es sich dabei um eine optionale Ergänzung, die keinen Einfluss auf die Reinigungsleistung hat.
Im ersten Schritt werden die drei trockenen Pulver in eine große Schüssel gegeben. Anschließend folgt gründliches Verrühren. Dabei ist Vorsicht geboten, denn der feine Staub kann Augen und Atemwege reizen. Ein gut belüfteter Raum ist daher empfehlenswert. Nun wird löffelweise Wasser hinzugefügt. Die Mischung beginnt sofort zu schäumen – das ist völlig normal. Nach etwa fünf Minuten beruhigt sich diese Reaktion wieder.
Die fertige Masse sollte an feuchten Sand erinnern. Mithilfe eines Löffels wird sie fest in Eiswürfel- oder Silikonformen gedrückt. Dann heißt es: mindestens 24 Stunden trocknen lassen. Geduld zahlt sich hier aus, denn noch feuchte Tabs brechen leicht auseinander. Nach dem vollständigen Trocknen kommen die Tabs in ein luftdicht verschließbares Glas. Feuchtigkeit macht das Pulver klumpig und unbrauchbar.
Jeder der drei Bestandteile erfüllt eine eigene Funktion. Natron, auch als Natriumbicarbonat bekannt, neutralisiert Gerüche besonders effektiv. Es wirkt leicht abrasiv und löst oberflächliche Verschmutzungen. Waschsoda hingegen besitzt einen höheren pH-Wert als Natron. Dadurch kann es Fette und eingetrocknete Speisereste besser auflösen. Besonders bei fettigem Geschirr zeigt Soda seine Stärke.

Zitronensäure bringt eine kalklösende Eigenschaft mit. In Regionen mit hartem Leitungswasser ist dieser Effekt besonders willkommen. Allerdings reagieren Natron und Zitronensäure bei Kontakt mit Wasser miteinander. Es entsteht dabei Natriumcitrat, ein Salz mit wasserenthärtender Wirkung. Diese chemische Reaktion ist der Grund für das Schäumen beim Anmischen. Das resultierende Natriumcitrat macht hartes Wasser weicher, was wiederum die Reinigung unterstützt.
Pro Spülgang genügt in der Regel ein einzelner Tab. Bei stark verschmutztem Geschirr oder besonders hartem Wasser empfiehlt sich ein zweiter. Die Tabs kommen einfach in das dafür vorgesehene Fach der Spülmaschine. Klarspüler und Spülmaschinensalz ersetzen die selbst gemachten Tabs jedoch nicht. Beide Mittel sollten weiterhin separat nachgefüllt werden, um Kalkablagerungen und Wasserflecken auf Gläsern zu vermeiden.
Die Lagerung gelingt am besten in einem trockenen Schraubglas. Feuchtigkeit ist der größte Feind der DIY-Tabs, denn sie löst vorzeitig die Reaktion zwischen den Zutaten aus. Ein kühler, trockener Ort wie ein Küchenschrank ist ideal. Bei richtiger Aufbewahrung halten die Tabs über mehrere Monate. Wer keine Tabs formen möchte, kann die Trockenmischung auch als loses Pulver verwenden und pro Spülgang etwa einen Esslöffel dosieren.
Trotz vieler Vorteile haben die selbst gemachten Tabs einige Einschränkungen. Hartnäckige Tee- oder Kaffeeränder bleiben manchmal zurück. Auch stark eingetrocknete Speisereste können Probleme bereiten. Der Grund dafür liegt im fehlenden Tensid. Herkömmliche Tabs enthalten oberflächenaktive Substanzen, die Schmutz gezielt ablösen. Diese fehlen in der DIY-Variante vollständig. Bei normalem Alltagsgeschirr ohne eingetrocknete Reste funktionieren die Tabs dennoch zuverlässig.

Ein weiterer Punkt betrifft die bereits erwähnte Neutralisierung. Natron und Zitronensäure heben sich bei Wasserkontakt teilweise gegenseitig auf. Manche Experten betrachten die Mischung daher eher als Wasserenthärter statt als vollwertigen Reiniger. Für leicht bis mittel verschmutztes Geschirr reicht die Wirkung in den meisten Fällen aus. Bei besonders anspruchsvollen Spülgängen lohnt sich gelegentlich ein gekaufter Tab als Ergänzung.
Marken-Multitabs kosten je nach Hersteller zwischen elf und neunzehn Cent pro Stück. Günstige Eigenmarken vom Discounter liegen bei etwa vier bis zehn Cent. Die selbst gemachte Variante schlägt beide Optionen deutlich. Ein Kilogramm Natron kostet im Drogeriemarkt rund drei Euro, ebenso Waschsoda und Zitronensäure. Aus 600 Gramm Gesamtmischung entstehen je nach Formgröße etwa dreißig bis fünfzig Tabs.
Umgerechnet liegt der Preis pro selbst gemachtem Tab bei wenigen Cent. Die Gesamtkosten für eine Charge betragen kaum mehr als zwei Euro. Im Jahresvergleich summiert sich die Ersparnis auf einen beachtlichen Betrag. Neben dem finanziellen Aspekt fällt auch deutlich weniger Verpackungsmüll an. Die Zutaten gibt es in Großpackungen aus Papier oder Karton, was den ökologischen Vorteil noch verstärkt.