Online-Bewertungen sind mittlerweile das entscheidende Kriterium für die Entscheidungen von Kunden beim digitalen Einkauf. Die Realität jenseits der Sterne ist jedoch häufig ernüchternd: Das Bild wird durch gefälschte Bewertungen, manipulierte Rankings und undurchsichtige Algorithmen geprägt. Ab dem Jahr 2026 wird sich das ändern. Um Online-Plattformen zur Transparenz zu verpflichten und Verbrauchern mehr Kontrolle über ihre digitalen Kaufentscheidungen zu geben, führt die Europäische Union umfassende Regelungen ein.
Erstmals müssen Plattformen gemäß den neuen EU-Vorschriften ihre Bewertungssysteme umfassend offenlegen. In Zukunft müssen Anbieter offenlegen, wie sie die Echtheit von Bewertungen prüfen und ob es überhaupt Kontrollmechanismen gibt.
Eine frische Untersuchung der Verbraucherzentralen macht den Handlungsbedarf deutlich: Im Zeitraum von April bis Juli 2025 wurden 462 Webseiten von Online-Shops und Dienstleistern evaluiert. Es ist erschreckend: Unter den Anbietern handelten nicht einmal 60 Prozent rechtskonform. Wegen unzureichender oder fehlender Informationen über ihre Prüfverfahren wurden 122 Unternehmen abgemahnt.
Am 2. August 2026 beginnt parallel zu den Bewertungsregeln die volle Anwendung des EU AI Act. Für Online-Händler heißt das konkret: Sie müssen KI-gestützte Bewertungssysteme, personalisierte Preisgestaltung und automatisierte Empfehlungsalgorithmen offenlegen.
Insbesondere Hochrisiko-KI-Systeme, die in sensiblen Bereichen wie dem Online-Handel eingesetzt werden, sind davon betroffen. Diese müssen strengen Prüf- und Dokumentationspflichten genügen. Plattformen sind verpflichtet, die Funktionsweise ihrer Algorithmen, die von ihnen verwendeten Daten und die Entstehung von Rankings zu erläutern. Strafen von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des globalen Umsatzes sind möglich, wenn man gegen die Regeln verstößt.
Die neuen Vorschriften verbessern die Stellung der Verbraucher enorm. In Zukunft dürfen Verbraucher erfahren, ob sie personalisierte Preise sehen – also ob diese aufgrund ihres Nutzerprofils von denen anderer Kunden abweichen. Ebenso müssen die Kriterien für das Ranking von Produkten in Suchergebnissen transparent sein.

Was sollten Verbraucher beachten? Plattformen von guter Reputation machen es bereits jetzt sehr offensichtlich, wie ihre Bewertungssysteme funktionieren. Vorsicht ist geboten, wenn solche Informationen fehlen oder schlecht sichtbar platziert sind. Außerdem ist es ratsam, dass Nutzer skeptisch werden, wenn es nur positive Bewertungen gibt oder wenn die Rezensionen verdächtig ähnlich klingen.
Einige Branchen haben das Thema Transparenz bereits weiter fortgeschritten als andere. Gerade in stark regulierten Branchen haben Anbieter schon lange erkannt, dass offene Kommunikation Vertrauen aufbaut. Ein gutes Beispiel sind die Top Casinos online für Deutsche, die seit der Regulierung durch den Glücksspielstaatsvertrag besonders strengen Standards genügen müssen. Lizenzierte Anbieter zeigen auf ihren Webseiten transparent ihre Auszahlungsquoten, Sicherheitszertifikate und Spielerschutzmaßnahmen.
Dank dieser Transparenz können Nutzer fundierte Entscheidungen treffen – und genau das soll jetzt für alle Online-Plattformen gelten. Die neuen EU-Regelungen folgen diesem Prinzip: Verbraucher sollten auf den ersten Blick erkennen können, ob Bewertungen authentisch sind und nach welchen Kriterien Produkte gerankt werden.
Die Initiative zur Transparenz geht über Bewertungen und KI-Systeme hinaus. Im Jahr 2026 werden die europäischen Datenschutzaufsichtsbehörden gemeinsam untersuchen, wie Unternehmen ihre Transparenzpflichten gemäß der DSGVO erfüllen. Die Artikel 12 bis 14 stehen im Mittelpunkt, da sie festlegen, wann und wie Unternehmen Betroffene über die Verarbeitung ihrer Daten informieren müssen.

Die Aufsichtsbehörden werden prüfen, ob Datenschutzerklärungen wirklich lesbar sind, ob sie alle Pflichtangaben enthalten und wie klar kommuniziert wird, wenn Daten von Dritten erhalten werden. Im Rahmen der EDSA-Strategie 2024-2027 ist diese Maßnahme vorgesehen, um die Anwendung der DSGVO in grenzüberschreitenden Fällen einheitlicher zu gestalten.
Die neuen Regelungen setzen einen Meilenstein für den digitalen Verbraucherschutz. Erstmals müssen Plattformen flächendeckend ihre Systeme zur Offenlegung verpflichten. Das schafft nicht nur mehr Transparenz, sondern auch ein faireres Wettbewerbsumfeld – denn seriöse Anbieter profitieren, wenn Verbraucher sich auf die Echtheit von Bewertungen verlassen können.
In der Praxis wird sich zeigen müssen, ob die Maßnahmen wirken. Ein entscheidender Faktor ist, dass die Aufsichtsbehörden die neuen Regeln mit Nachdruck durchsetzen und Verstöße ahnden. Die Anpassungen bringen für Verbraucher vor allem mehr Transparenz beim Online-Shopping und bessere Chancen mit sich, informierte Entscheidungen zu treffen. Die Ära der Intransparenz im Online-Handel neigt sich dem Ende zu.