China’s Einfluss auf den Kryptomarkt

So wie Elon Musk, nimmt auch China Einfluss auf Kryptomarkt. Der Trend zu den Kryptowährungen ist nach wie vor ungebrochen. Auch wenn die Volatilität bei den Kryptowährungen viel größer ist, als sie es bei normalen Währungen oder Aktien ist, dem Interesse an den Kryptowährungen schadet das nicht im Geringsten. Fast scheint es so, als ziehe genau dieser Umstand viele Anleger geradezu magisch an. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei natürlich die älteste und umsatzstärkste Kryptowährung, der Bitcoin.

Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping verkündete in einer Rede, die er im Herbst 2020 hielt, dass man in China zukünftig verstärkt auf die Blockchain-Technologie setzen wolle. Aber damit nicht genug. Man sei sogar bestrebt, die Führung in diesem Bereich zu übernehmen. Aus diesem Grunde ist es das Interesse Chinas, künftig stärker in diesem Bereich zu investieren, so der Parteichef Xi Jinping.

Diese Ankündigung der Parteispitze führte zu einem starken Anstieg des Aktienmarktes, insbesondere Aktien aus der Informationstechnologie zogen stark an, sowie die Kryptowährungen. Besonders der Bitcoin konnte von der Ankündigung stark profitieren. Der Bitcoin konnte unmittelbar nach der Verkündung um über 20 %, auf über 10.000 US-Dollar zulegen. Erwähnenswert sei noch der Umstand, dass aufgrund der geringen Energiekosten, im Jahre 2017, über 70 % des Bitcoin-Mining (Mining steht dabei für Schürfen und bezeichnet die Generierung von Bitcoins) in China stattgefunden haben.

Welche Strategie verfolgt China bei den Kryptowährungen?

Es wäre jetzt wahrscheinlich etwas zu naiv anzunehmen, dass China eine der bereits existierenden Kryptowährungen unterstützen oder vielleicht sogar den Bitcoin als mögliches Zahlungsmittel unterstützen würde, um es in irgendeiner Form einzusetzen. Im Gegenteil, trotz des Interesses an der Blockchain-Technologie und den Kryptowährungen auf Yuan Pay Group & Co. wurde bereits im Jahre 2017 der Handel mit Bitcoin untersagt und seit Beginn des Jahres 2020 ist sogar das Mining verboten worden. Was zwar zeitweilig zu einem stärkeren Einbruch des Bitcoins geführt hat, im Gesamten der Beliebtheit aber nicht sonderlich geschadet hat.

 

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Die Strategie Pekings ist es, sozusagen mit der Entwicklung seiner eigenen digitalen Währung zu kontern. Schon seit Jahren arbeitet die Staatsführung in China an einer eigenen Kryptowährung, dem staatlichen E-Yuan. Allerdings unterscheidet sich der E-Yuan deutlich von den anderen Kryptowährungen. Die wesentlichen Unterschiede sind dabei, dass es sich um eine von der People’s Bank of China (PBOC) zentral ausgegebene Währung handelt. Es soll sich zwar um eine Blockchain basierte Währung handeln, allerdings nicht mit dezentralen Entstehungspunkten und somit auch nicht mit der Möglichkeit, die Währung mittels privatem Mining zu generieren. Der Hauptunterschied dieser Währung dürfte aber die komplette Verfolgbarkeit der Transaktionen sein.

Genau dieser Punkt ist es ja schließlich, der die allermeisten Kryptowährungen so begehrt macht, eben die Möglichkeit der Anonymität. Unter diesem Gesichtspunkt hält sich natürlich die Freude über das Engagement der chinesischen Staatsführung bezüglich der Blockchain-Technologie in eher überschaubaren Grenzen. So haben die Entwickler der neuen Währung ja nicht den Nutzen der Möglichkeiten, welche sich aufgrund der Blockchain-Technologie bieten als Ziel, sondern nur eine stärkere Kontrolle der Benutzer. Das Entgleiten der Kontrolle aus den Händen des Staates stellt ein absolut zu vermeidendes Angstszenario des chinesischen Staates dar. Dies muss berücksichtigt werden, wenn man verstehen möchte, wie Entscheidungen im Reich der Mitte getroffen werden.

Auswirkungen und Einfluss aus dem Engagement China’s auf die Kryptowährungen

Bitcoin und Chinas Einfluss auf den KryptomarktAls gesichert dürfte gelten, dass China alles versuchen wird, um die Kontrolle zu mindestens im eigenen Land über die Kryptowährungen sowie den Kryptohandel zu behalten. Dies zeigen die zuvor erwähnten Einschränkungen und Verbote, allen voran das Verbot von Bitcoin. Allerdings kommt auch die chinesische Zentralregierung nicht an der Erkenntnis vorbei, dass zu viel Regulierung und vor allem zu viele Verbote langfristig eher zum Gegenteil dessen führen, was man eigentlich möchte. Es wird immer Mittel und Wege geben, das, was verboten ist, zu umgehen und trotz aller Verbote und Strafen zu bekommen.

Darüber hinaus muss sich auch China darüber im Klaren sein, dass immer mehr Staaten auf den Krypto-Zug aufspringen und den Kryptohandel zu mindestens dulden, wenn nicht sogar unterstützen. Wird dieser Entwicklung, seitens der Landesführung nicht in irgendeiner Weise Rechnung getragen, so kann das ungebrochen starke Wirtschaftswachstum in China sehr schnell einen herben Dämpfer erfahren. Sogar so mächtige und einflussreiche Behörden wie die amerikanische SEC (SEC steht für „United States Securities and Exchange Commission“) halten ein Bitcoin-Verbot für absolut unsinnig und auch unrealistisch.

 

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Außerdem ist es von essenzieller Bedeutung, dass eine im wirtschaftlichen Aufstieg begriffene Nation wie China seine Bevölkerung am steigenden Wohlstand teilhaben lässt. So wäre es denkbar, dass der Bitcoin zu Anlagezwecken erlaubt wird (unter einer gewissen Kontrolle) und auch Bitcoin-Produkte erlaubt werden, der Bitcoin als Währung und zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen allerdings verboten bleibt. Es bleibt also unter dem Strich festzustellen, dass die Entscheidungen aus Peking durchaus einen gewichtigen Einfluss auf den Kryptomarkt haben, allerdings nur zeitlich begrenzt.

Fazit und Ausblick zum Einfluss von China auf den Kryptomarkt

Chinas Einfluss auf den Kryptomarkt ist nicht unerheblich, keine Frage. Dies wurde besonders durch das Verbot von Bitcoin im Jahre 2017 mehr als deutlich. Allerdings zeigte diese Entscheidung auch sehr klar, was passierte, als sich die Wogen wieder etwas geglättet haben. Der Anteil des Bitcoin-Mining ging natürlich drastisch zurück, gleichzeitig suchten sich aber die Produzenten des Bitcoins einfach neue Standorte auf der Welt, von wo aus sie ihre Tätigkeit fortsetzen konnten.

So schätzen Experten, dass von dem über sechzig prozentigen Anteil am Bitcoin-Mining, den China bis zum Jahre 2017 hatte, über 20 % in andere Teile Asiens abgewandert sind. Weitere rund 20 % sind in die USA abgewandert sowie über 10 % nach Lateinamerika und 10 % nach Europa. Unter dem Strich lässt sich sagen, dass nach einigen Turbulenzen der Bitcoin noch dezentraler, sicherer und beständiger geworden ist, als er es zuvor schon war. Und wieder einmal setzt sich die alte Weisheit durch, Druck erzeugt immer auch Gegendruck. Und ganz viel Druck erzeugt eben auch ganz viel Gegendruck.