Zurück an den Mittagstisch

Familie zusammen am Tisch zum Mittag

Das Familienleben im einundzwanzigsten Jahrhundert will gut geplant sein. Tag für Tag bestimmen unerbittliche Termine, wann jeder von uns wo sein muss. Das verlangt vor allem von Eltern ein cleveres Zeitmanagement, denn es ist nicht leicht, berufliche mit privaten Verpflichtungen wie Kindergarten, Schule und Sporttraining für die lieben Kleinen unter einen Hut zu bringen. Kein Wunder, dass dafür schöne, alte Familientraditionen kaum mehr Zeit bleibt. Zum Beispiel dafür, gemeinsam zum Mittagstisch und zu Abend zu essen.

Der Familientisch bleibt leer

Am Mittagstisch und beim Abendessen gab es früher feste Regeln. Eine davon lautete: Gegessen wird erst, wenn alle am Tisch sitzen, und eine andere: Keiner steht auf, bevor alle fertig gegessen haben. Heute wären wir froh, wenn es überhaupt noch möglich wäre, dass alle gleichzeitig am Tisch sitzen könnten. Denn jeder kommt zu einer anderen Zeit nach Hause. Jeder hat einen eigenen Zeitplan, den er einhalten muss. Das macht es unmöglich, gemeinsam zu essen.

 

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Oft ist die Mittagszeit schon längst vorbei, wenn Mutter und Vater nach Hause kommen, darum erhalten viele Kinder ihren Mittagstisch in ihrer Schule und bleiben auch am Nachmittag noch dort. Ihre Eltern treffen sich unterdessen mit Kollegen in der Kantine ihrer Firma oder sie holen sich schnell etwas vom Schnellimbiss an der Ecke oder aus einem Fast-Food-Restaurant, wo man immer etwas bekommt, was man nebenbei futtern kann, bevor es zum nächsten Termin geht.

Familie gibt Sicherheit

Sicherheit durch die FamilieMit dem Ausfall der Gespräche bei Tisch geht nicht nur ein Stück Kultur verloren. Er ist auch einer der Gründe dafür, dass für manche Jugendliche vieles nicht so rund läuft, wie es soll. Denn durch den fehlenden Austausch mit der Familie bleiben sie auf so manchen ungelösten Problemen sitzen, die sich früher im Gespräch mit den Eltern fast wie von selbst erledigt haben. Dagegen fördern Eltern, die sich die Zeit nehmen können, um ihnen zuzuhören, den Reifeprozess ihrer Kinder.

Die PISA-Studie brachte an den Tag, wie wichtig es für Schüler ist, Eltern zu haben, die sich Zeit für sie nehmen können. Dabei zeigte sich tatsächlich, dass Schüler, die ein stabiles Zuhause haben, in dem es fast täglich ein gemeinsames Essen gibt, besser in der Schule klarkommen als Schüler, denen diese Geborgenheit im Elternhaus fehlt.

Vertrauen wächst von Anfang an

Eltern sind wegen der Mehrfachbelastung durch Job und Familie oft großem Stress ausgesetzt. Darum ist es gut, wenn eine Mutter zumindest in seinen ersten Lebensmonaten ganz für ihr Kind da sein kann. Die große und vor allem ununterbrochene Nähe zur Mutter lässt im Kind ein Grundvertrauen wachsen, das ihm Stärke für sein ganzes Leben gibt. Damit es sich auch nachts nicht von ihr allein gelassen fühlt, kann es in einem Beistellbettchen ganz nah bei seiner Mutter schlafen.

Dort liegt es sicher und kann ihre Wärme die ganze Nacht lang spüren. Für die Mutter hat das den Vorteil, dass sie nicht aufstehen muss, um ihr Kind zu stillen, und nach der kleinen Unterbrechung gleich wieder weiterschlafen kann. Die Antwort auf die Frage, wie lange ein Kind in einem Beistellbettchen schlafen sollte, ist von Kind zu Kind verschieden. Manche wechseln schon nach wenigen Monaten in ein eigenes Kinderbett, während andere bleiben, bis sie in die Schule kommen. Das Sortiment von spezialisierten Anbietern ist darauf eingestellt. Es gibt praktische Beistellbetten für Kinder von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr.

Eltern als Vorbild oder Spielverderber

Jedes Kind kann sich glücklich schätzen, wenn es Eltern hat, die sich Zeit nehmen und sich unbeschwert mit ihm beschäftigen können. Leider ist das nicht selbstverständlich, denn unsere Leistungsgesellschaft hat uns diese Leichtigkeit weitgehend abtrainiert. Bildung, Beruf und sozialer Status haben einen so großen Stellenwert, dass es sich kaum jemand leisten kann, das rotierende Hamsterrad unserer blühenden Marktwirtschaft zu verlassen. Das müssen auch Kinder erfahren, wenn ihre Eltern müde nach Hause kommen und kein Verständnis dafür haben, dass ihre Kleinen aus allen beweglichen Einrichtungsgegenständen ein raumfüllendes Räuberlager gebaut haben.

Eltern sind Vorbild für ihre Kinder

Die ungehaltene Botschaft „Bevor ihr hier nicht alles wieder in Ordnung gebracht habt, gibt es nichts zum Abendessen“ ist unmissverständlich. Aber das Abendessen ist den Aufwand eigentlich nicht wert, denn es besteht aus einer Pizza oder ein paar Pommes mit Ketchup, die Mama oder Papa aus einem Fast-Food-Restaurant, das auf dem Heimweg liegt, mitgebracht hat.

Lebensfreude kann man lernen

Unser täglicher Stress lässt uns leicht übersehen, dass die Zeit, die wir mit unseren Kindern verbringen, ihnen vermitteln soll, wie das Leben funktioniert. Wenn wir ihnen aber nur vorleben, dass alles möglichst rationell erledigt werden muss, dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie aus ihren Talenten nichts machen. Wenn wir ihnen aber vorleben, dass es sich lohnt, die schönen Seiten des Lebens zu genießen, zum Beispiel, indem wir so oft wie möglich gemeinsam etwas Feines essen oder am Wochenende der gemeinsame Mittagstisch, wächst ihr Sinn dafür, etwas Gutes aus dem zu machen, was sie haben. Und dass es am meisten Freude macht, wenn man es mit anderen teilen kann.