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Noch ein Wochenende, dann ist die 191. Wiesn Geschichte: Am Sonntag, den 4. Oktober, schließt das Oktoberfest 2026 seine Tore. Gerade das letzte Wochenende gilt als besonders emotional und besonders voll zugleich, wer jetzt noch hinreisen möchte, sollte sich auf ein paar Besonderheiten einstellen.
Das letzte Wiesn-Wochenende 2026 im Überblick
Das Finale erstreckt sich über Freitag, den 2., bis Sonntag, den 4. Oktober. Eine Besonderheit kommt in diesem Jahr hinzu: Der 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit, fällt direkt in dieses letzte Wochenende und ist bundesweit gesetzlicher Feiertag. Wer an diesem Samstag ohnehin frei hat, zieht es entsprechend häufig zur Wiesn, die Zelte dürften also noch voller sein als an einem gewöhnlichen Wochenende.
Anreise aus der Region: Lohnt sich der Weg nach München?
Wer von Koblenz oder Neuwied aus anreisen möchte, sollte realistisch planen: Mit der Bahn sind ab Koblenz Hbf rund fünf Stunden Fahrzeit mit einmaligem Umstieg einzuplanen, eine Direktverbindung gibt es nicht. Je nach Buchungszeitpunkt liegen die Preise zwischen etwa 56 und 130 Euro pro Strecke, wer früh bucht, fährt deutlich günstiger. Mit dem Auto sind es rund 500 Kilometer über die A3 und A9, bei freier Fahrt etwa fünf Stunden reine Fahrzeit, wobei am Zielort in München während der Wiesn zusätzlich mit vollen Parkhäusern zu rechnen ist.
| Verkehrsmittel | Fahrzeit ab Koblenz | Strecke/Umstieg | Preis pro Strecke |
| Bahn (ICE) | ca. 5 Stunden | 1 Umstieg, keine Direktverbindung | ca. 56–130 € |
| Auto | ca. 5 Stunden | rund 500 km über A3/A9 | Sprit- und Mautkosten variabel |
Angesichts von rund zehn Stunden Fahrzeit allein für Hin- und Rückweg ist ein Tagesausflug praktisch nicht realistisch. Wer die Wiesn aus der Region erleben möchte, sollte daher mindestens eine Übernachtung einplanen, gerade zum umkämpften letzten Wochenende sind Hotels und Ferienwohnungen in München allerdings besonders schnell ausgebucht. Wer den weiten Weg lieber scheut, findet im Herbst mit den Oktoberfest-Terminen im Westerwald eine deutlich näher gelegene Alternative.
Früh da sein zahlt sich aus
An Wochenenden und Feiertagen öffnet das Festgelände bereits um 9 Uhr, unter der Woche erst um 10 Uhr. Der letzte Bierausschank erfolgt täglich um 22:30 Uhr, die Zelte schließen um 23:30 Uhr, am allerletzten Abend ohne Verlängerung. Wer sich einen der reservierungsfreien Plätze sichern möchte, sollte möglichst zur Öffnung vor Ort sein, insbesondere am Feiertagssamstag, an dem mit dem größten Andrang der gesamten Saison zu rechnen ist.
Anreise und Rückreise am überfüllten Wochenende
Gerade am letzten Wochenende sind S-Bahn und U-Bahn Richtung Theresienwiese deutlich voller als sonst, Verspätungen und volle Bahnsteige gehören eher zur Regel als zur Ausnahme. Wer kann, plant etwas Pufferzeit ein und steigt notfalls eine Station früher oder später aus, um dem größten Gedränge zu entgehen. Besonders wichtig ist die Rückreise am Sonntagabend: Weil es der letzte Wiesn-Tag überhaupt ist, brechen viele Besucherinnen und Besucher erst spät auf, entsprechend voll werden die letzten Bahnen. Wer keine Lust auf stundenlanges Warten hat, sollte den Rückweg bewusst etwas früher antreten, auch wenn das bedeutet, das Böllerschießen oder die letzten Stunden im Zelt zu verpassen.
Die Oide Wiesn als ruhigere Alternative
Wer dem größten Trubel des letzten Wochenendes etwas ausweichen möchte, findet auf der Oidn Wiesn seit 2010 eine bewusst traditionellere und gemütlichere Alternative zum bunten Haupttrubel. Historische Fahrgeschäfte, das erwähnte günstigere Museumszelt und insgesamt weniger Gedränge machen den abgetrennten Bereich gerade an einem so vollen Tag wie dem Feiertagssamstag zu einer Option für alle, die zwar Wiesn-Atmosphäre wollen, aber nicht zwingend im dichtesten Gedränge der großen Zelte stehen müssen.

Wetter, Kleidung und Ausrüstung für Anfang Oktober
Anfang Oktober kann es in München bereits deutlich kühler werden als zur Wiesn-Eröffnung Mitte September, nachts sind einstellige Temperaturen keine Seltenheit. Wer im Dirndl oder Lederhosen unterwegs ist, sollte eine wärmere Jacke für den Rückweg einplanen, drinnen in den Zelten wird es durch die Menschenmenge dagegen schnell warm. Festes Schuhwerk lohnt sich ebenfalls, auf dem oft aufgeweichten Festplatzboden und bei stundenlangem Stehen in den Zelten.
Der Abschluss: Böllerschießen und Deckelbam
Den offiziellen Schlusspunkt setzt am Sonntag, den 4. Oktober, das traditionelle Böllerschießen an der Bavaria-Statue. Um Punkt 12 Uhr mittags feuern rund 60 Schützinnen und Schützen in historischer Tracht ihre Salutschüsse von den Stufen unterhalb der Bavaria ab, begleitet von Blasmusik, der Ehrung der Landesschützenkönige und der bayerischen Hymne zum Abschluss. Wer dieses Ritual live erleben möchte, sollte rechtzeitig vor Ort sein, danach geht das Feiern in den Zelten noch bis zur regulären Schließzeit am Abend weiter, ein letztes Mal für dieses Jahr.
Was kostet der letzte Wiesn-Besuch?
Fürs Budget lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Preise: Die Maß Festbier kostet 2026 je nach Zelt zwischen 14,80 und 15,90 Euro, im Schnitt 15,61 Euro, ein halbes Hendl schlägt in den großen Zelten meist mit 17 bis 20 Euro zu Buche. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auch beim vermeintlich harmlosen Wasser aufpassen: Im Weinzelt kostet der Liter mit 15,33 Euro fast so viel wie die günstigste Maß Bier.
| Produkt | Preisspanne 2026 |
| Maß Festbier | 14,80 € – 15,90 € |
| Halbes Hendl (große Zelte) | 17 € – 20 € |
| Wasser (1 Liter, Weinzelt) | bis 15,33 € |
| Günstigste Maß (Oidn Wiesn/Familienplatzl) | 14,80 € |
In den Hauptschiffen der großen Zelte gilt zudem meist ein Mindestverzehr von zwei Maß und einem halben Hendl pro Person. Wer sparen möchte, findet auf der ruhigeren Oidn Wiesn sowie im Familienplatzl und Museumszelt mit 14,80 Euro die günstigste Maß der gesamten Wiesn.
Praktische Checkliste fürs letzte Wochenende
- Am Feiertagssamstag besonders früh anreisen, der 3. Oktober gilt als einer der vollsten Tage der gesamten Saison
- Reservierungsfreie Plätze im Kopf behalten, bis 15 Uhr an Wochenenden 40 Prozent der Sitzplätze in den großen Zelten
- Warme Jacke für den Rückweg einpacken, abends kühlt es Anfang Oktober spürbar ab
- Rückfahrt am Sonntagabend bewusst früher einplanen, um dem größten Gedränge in Bus und Bahn zu entgehen
- Böllerschießen um 12 Uhr an der Bavaria nicht verpassen, wer das traditionelle Finale live sehen möchte
- Budget realistisch kalkulieren, mit Maß, Hendl und Trinkgeld sind 50 bis 70 Euro pro Person schnell erreicht
Fazit
Das letzte Wiesn-Wochenende 2026 vereint zwei Dinge, die selten zusammenkommen: einen Feiertag mitten im Programm und den emotionalen Abschluss der gesamten Saison. Wer früh anreist, die reservierungsfreien Zeitfenster kennt und die Rückfahrt realistisch einplant, kommt trotz des zu erwartenden Andrangs entspannt durch die letzten Stunden auf der Theresienwiese, bevor es für dieses Jahr heißt: Prost und bis zum nächsten Mal.