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Schon in der Antike war der Rhein eine Lebensader gewesen, die Menschen anzog, für florierende Wirtschaften sorgte und als natürliche Barriere diente. Auch heute noch ist der Rhein enorm wichtig und erfüllt zudem auch noch vom Süden bis in den Norden die Funktion eines beliebten Ausflugsziels. Doch so schön und präsent der längste Fluss Deutschlands auch ist, so gibt es auch Schattenseiten.
Mittlerweile ist der Rhein zu einer Plastik-Autobahn verkommen. Rund 80 % des Plastikmülls der Weltmeere stammt aus Flüssen und auch der Rhein trägt seinen Teil dazu bei, dass die Nordsee verschmutzt. Durch ein Forschungsprojekt wurden die tatsächlichen Ausmaße so genau wie nie zuvor gemessen. Die Belastung beträgt rund 53.000 Teile pro Tag, was bis zu 10 Tonnen Abfall bedeuten kann. Auf das Jahr hochgerechnet sind das unglaubliche Zahlen, die weitaus höher als bisherige Schätzungen sind. Mehr zu diesem Thema gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
So schön der Rhein auch anzuschauen ist, wer näher hinschaut, wird jede Menge Müll entdecken können. Und mit den geeigneten Messverfahren wird deutlich, wie zugemüllt der Fluss eigentlich ist. Ein Forschungsprojekt hat über mehrere Monate die Müllbelastung gemessen und konnte dadurch wesentlich genauere Daten erhalten. Das Ergebnis ist erschreckend und die Zahlen sind um ein Vielfaches höher als die bisher aufgestellten Schätzungen. Über 11.000 Stunden gab es Messungen, die ergaben, dass täglich rund 53.000 Müllteile an der entsprechenden Messstelle zu finden waren. Das entspricht rund 10 Tonnen Abfall pro Tag. Auf das Jahr gerechnet geht man von 3.000 bis 4.700 Tonnen Müll aus.
Dabei wurde Makromüll gemessen, der ab einem Zentimeter beginnt. Die Mehrheit der gefundenen Gegenstände besteht aus Kunststoff, darüber hinaus wurden auch Glas, Textilien, Keramik und Metall gefunden. Eine Erkenntnis der Messung: Der größte Teil des Mülls stammt von privaten Verbrauchern. Diese sind für 56 % des Mülls verantwortlich, während der Industrie nur rund 6 % zugeordnet werden können. 1,4 Millionen Glasflaschen pro Jahr, 428.000 Feuerzeuge, 548.000 Plastikflaschen oder auch 56.000 Capri-Sonne-Packungen sprechen für sich. Außerdem: Rund 10 % des Mülls stammen von Feuerwerk, das hauptsächlich von Silvester stammt.
Das Projekt wurde nördlich der Kölner Zoobrücke realisiert. Es ist ein passives System, das auf über 10 Metern Länge Müll bis in 80 cm Tiefe auffangen kann. Die Dokumentation und Analyse der Müllteile wurde durch ehrenamtliche Helfer des Vereins K.R.A.K.E. durchgeführt. Möglich wurde das 160.000 € teure Projekt nur durch Spenden. Die Messung ist ein Anfang, da jetzt umso deutlicher aufgezeigt werden konnte, wie wichtig Lösungen sind. Diese sind aber nicht immer einfach zu realisieren, was letztendlich am Problem der Zuständigkeit liegt. Es ist oft nicht klar, wer für den Müll in den Flüssen verantwortlich ist – also der Bund, die Länder oder die Kommunen.
Politisch gibt es einige Forderungen wie Grenzwerte, systematisches Monitoring und auch die Ausweitung von Pfandsystemen. Technisch gibt es verschiedene Möglichkeiten. Unter anderem die RheinKrake. Dabei handelt es sich um eine mechanische Falle, die ganz speziell für den Rhein entwickelt wurde. Andere Optionen sind die Great Bubble Barrier, die in den Niederlanden erfunden wurde. Diese Vorrichtung arbeitet mit Luftblasen, sodass Schiffe und Fische nicht behindert werden. Es gibt auch Low-Tech Schwimmbarrieren oder den Ocean Cleanup Interceptor, der solarbetrieben und automatisch bis zu 100 Tonnen Müll am Tag sammeln kann. Aus den USA stammt das Mr. Trash Wheel, das als Schöpfrad Müll auslesen kann.