Tango Libre

Im Herzen des belgischen Kinos entfaltet sich mit „Tango Libre“ eine Geschichte, die sich nicht in gewöhnlichen Bahnen bewegt. Regisseur Frédéric Fonteyne führt uns durch das Leben eines Gefängniswärters, JC, dessen Welt durch eine unerwartete Begegnung auf den Kopf gestellt wird. Er, ein Mann der Routine und des strengen Regelwerks, findet im Tango einen Hauch von Freiheit. Dieser Tanz wird zu einem Sinnbild für das, was in seinem Leben fehlt: Leidenschaft und Unvorhersehbarkeit.

Tango Libre
  • Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
  • François Damiens, Sergi Lopez, Jan Hammenecker (Schauspieler)
  • Frédéric Fonteyne (Regisseur) - Philippe Blasband (Autor) - Patrick Quinet (Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Als JC auf Alice trifft, eine Frau mit einer komplizierten Verbindung zum Gefängnis, beginnt eine Geschichte, die sich zwischen den starren Linien des Gesetzes und der grenzenlosen Ausdruckskraft des Tangos bewegt. Der Film verflechtet gekonnt das Leben innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern, wobei er aufzeigt, wie Liebe, Loyalität und Begehren unter den schwierigsten Bedingungen gedeihen können. „Tango Libre“ ist nicht nur eine Darstellung von Kontrasten, sondern auch ein Tanz der Emotionen, der die Zuschauer in seinen Bann zieht.

Drehorte, Regie und Besetzung von „Tango Libre“

Im Jahr 2012 brachte der Regisseur Frédéric Fonteyne das Drama „Tango Libre“ in die Kinos, eine französisch-luxemburgisch-belgische Koproduktion, die sich schnell einen Namen auf verschiedenen internationalen Filmfestivals machte. Das 93-minütige Werk, für das Anne Paulicevich das Drehbuch verfasste und zusätzlich vor der Kamera stand, wirft einen intensiven Blick auf menschliche Beziehungen und die Sehnsucht nach Freiheit, eingebettet in die Welt des Tangos. Unterstützung in der Umsetzung fand Fonteyne durch die Kameraführung von Virginie Saint-Martin und den präzisen Schnitt von Ewin Ryckaert. Mit einer Altersfreigabe von FSK 12 erreicht das Drama ein breites Publikum und überzeugt durch seine Mischung aus Spannung und Emotionalität.

Das beeindruckende Ensemble mit François Damiens, Sergi López, Jan Hammenecker und dem jungen Zacharie Chasseriaud trägt den Film mit nuancierten Darstellungen, die die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Produzenten Patrick Quinet und Claude Waringo sorgten für die notwendigen Ressourcen, um Fonteynes Vision auf die Leinwand zu bringen. „Tango Libre“ feierte nicht nur in Belgien und Frankreich seine Veröffentlichung, sondern wurde auch auf dem Film Forum Zadar 2013 als bester europäischer Film ausgezeichnet und erhielt den großen Preis im internationalen Wettbewerb des Warschauer Filmfestivals 2012. Diese Anerkennungen spiegeln die Qualität und den Einfluss des Films wider, der sich durch seinen Spezialpreis der Jury auf der Mostra di Venezia 2012 in die Herzen der Kritiker und des Publikums tanzte.

Handlung vom Film „Tango Libre“

Der Film „Tango Libre“ eröffnet mit einer gescheiterten Geldtransporter-Überfall. Anschließend richtet sich das Augenmerk auf Jean-Christophe, kurz JC, einen Gefängniswärter. Sein Leben ist von Monotonie und Struktur geprägt, begleitet nur von seinem Goldfisch. Der Tango-Unterricht bildet das einzige Glanzstück in seinem ansonsten farblosen Alltag.

In einer Tango-Nacht begegnet JC einer neuen Tänzerin, Alice. Eine Verbindung entsteht im Tanz. Später sieht er sie wieder, und zwar im Besucherraum des Gefängnisses. Sie ist dort mit Fernand, ihrem Ehemann, sowie mit Dominic, dem Mitverantwortlichen des missglückten Überfalls. Beide Männer sind Insassen der Einrichtung, in der JC arbeitet. Alice’s Leben ist mit dem Gefängnis verknüpft, da sie gleichzeitig die Partnerin von zwei Häftlingen ist.

Gegen jede Regel

Das Reglement verbietet Wärtern jeglichen privaten Kontakt zu Angehörigen der Gefangenen. JC ignoriert dies und setzt den Umgang mit Alice fort. Selbst nach einer gewalttätigen Konfrontation hält er seine Beziehung geheim. JC durchbricht bewusst die Grenzen seines Berufs. Er riskiert seine Laufbahn für das unerwartete Band, das sich zwischen ihm und Alice knüpft.

JC’s Regelbruch bleibt nicht unbemerkt. Seine Kollegen und Vorgesetzten beginnen, Verdacht zu schöpfen. Der Tango symbolisiert immer stärker den Konflikt zwischen Ordnung und Chaos. JC tanzt auf einem schmalen Grat. Seine Karriere und seine neu entdeckte Leidenschaft kollidieren. Die Spannung steigt, während JC mit den Konsequenzen seiner Handlungen konfrontiert wird.

Zum Ende hin stellt „Tango Libre“ fundamentale Fragen zur persönlichen Freiheit. JC und Alice suchen nach einem Ausweg aus ihren Lebensumständen. Die Wahl zwischen Pflicht und Verlangen wird zur zentralen Herausforderung.

Filmkritik von „Tango Libre“

Frédéric Fonteynes Werk „Tango Libre“ zeichnet sich durch seinen facettenreichen Blick auf das Leben aus, welches in den engen Mauern eines Gefängnisses und im weiten Raum des Tangos stattfindet. Nach einer längeren Schaffenspause kehrt der belgische Regisseur mit einem Film zurück, der die Widersprüche des Daseins umarmt und scharf konturierte Charaktere ins Zentrum rückt. Anne Paulicevich, die sowohl das Drehbuch liefert als auch die weibliche Hauptrolle übernimmt, verleiht der Geschichte eine persönliche Note und Dynamik. Ihre Darstellung der Alice ist sowohl lebendig als auch nuanciert, was dem Film eine Glaubwürdigkeit verleiht, die in anderen Bereichen manchmal fehlt. Die Darsteller um Sergi López und Jan Hammenecker füllen ihre Rollen mit einer Komplexität, die der Figur des JC, gespielt von François Damiens, an manchen Stellen abgeht.

Die Stärke von „Tango Libre“ liegt in den sorgfältig choreografierten Tangosequenzen, die eine beeindruckende Energie und Eleganz ausstrahlen. Fonteyne fängt die Essenz des Tanzes ein und kreiert Bilder von intensiver Emotionalität. Eine besondere Szene, in der ein verzweifelter Fernand nach einem Lehrer für den argentinischen Tanz sucht, symbolisiert treffend die Sehnsucht nach Verbindung und Ausdruck. Dieser humorvolle Moment, in dem die Insassen das Tanzen beginnen, unterstreicht die Feinheiten der Regie, die das Absurde streift. Jedoch ist das Zusammenspiel der verschiedenen Erzählelemente nicht immer stimmig. Während das Schlusskapitel beinahe in eine Farce abdriftet, vermag es der Film doch, ein facettenreiches Portrait menschlicher Bedürfnisse und Begierden zu zeichnen, das trotz erzählerischer Schwankungen die Zuschauer nicht unberührt lässt.

Letzte Aktualisierung am 5.03.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API