Sinister

Sinister“ greift die klassische Angst vor dem Verborgenen auf und verknüpft sie mit der modernen Faszination für wahre Verbrechen. Der Film entfaltet seinen Schrecken leise, fast beiläufig, und nutzt das Unbekannte als Quelle einer stetig wachsenden Unruhe. Inmitten vertrauter Alltagskulissen entsteht ein Gefühl von Unsicherheit, das sich unaufhaltsam verdichtet.

Sinister
  • Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
  • Ethan Hawke, Juliet Rylance, Fred Thompson (Schauspieler)
  • Scott Derrickson(Regisseur) - Scott Derrickson(Autor) - Jason Blum(Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 16 Jahren

Ein Schriftsteller zieht mit seiner Familie in ein Haus, das eine düstere Vergangenheit birgt. Während er an seinem neuen Buch arbeitet, stößt er auf alte Filmrollen, die grausame Morde zeigen. Mit jedem Blick auf die Bilder verschiebt sich die Realität, bis Wahrheit und Wahn nicht mehr zu trennen sind. Wie lange lässt sich das Unheil aufhalten, bevor es alles erfasst?

Drehorte, Regie und Besetzung von „Sinister“

Der Horrorfilm „Sinister“ erschien 2012 unter der Regie von Scott Derrickson, der gemeinsam mit C. Robert Cargill auch das Drehbuch schrieb. Für die Produktion zeichneten Jason Blum und Brian Kavanaugh-Jones verantwortlich. Christopher Young komponierte die Filmmusik, während Chris Norr die Kamera führte und Frédéric Thoraval den Schnitt übernahm. Die Hauptrolle des Schriftstellers Ellison Oswalt spielte Ethan Hawke. Juliet Rylance verkörperte seine Ehefrau Tracy, James Ransone den Deputy und Vincent D’Onofrio den Professor Jonas.

Gedreht wurde im Herbst 2011 auf Long Island, wobei die Super-8-Sequenzen mit echten Kameras aufgenommen wurden, um den authentischen Look zu wahren. „Sinister“ feierte seine Premiere am 26. August 2012 beim London FrightFest Film Festival und startete am 22. November 2012 in Deutschland. Der Film hat eine Laufzeit von 105 Minuten und erhielt eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren. Mit einem geschätzten Budget von drei Millionen US-Dollar spielte er weltweit über 82 Millionen ein.

Handlung vom Film „Sinister“

Der Schriftsteller Ellison Oswalt zieht mit seiner Familie in ein neues Haus nach Chatford, Pennsylvania. Nach dem großen Erfolg seines ersten Buches hofft er, mit einer neuen True-Crime-Geschichte erneut Aufmerksamkeit zu gewinnen. Seine Frau Tracy und die Kinder Trevor und Ashley wissen nicht, dass im Haus eine Familie grausam erhängt wurde. Ellison plant, genau über diesen Mordfall zu schreiben und das Verschwinden der zehnjährigen Stephanie Stevenson zu untersuchen. Doch schon bald stößt er auf Hinweise, die weit über das hinausgehen, was er erwartet hatte.

Beim Durchsuchen des Dachbodens entdeckt Ellison eine Kiste mit alten Super-8-Filmen und einem Projektor. Die Aufnahmen zeigen mehrere Familien, die auf bestialische Weise ermordet wurden, jeweils auf unterschiedliche Art. Während er die Filme analysiert, erkennt er, dass die Kamera stets von derselben unbekannten Person geführt wird. Zwischen Faszination und Angst schwankend, entscheidet er sich, das Material zu behalten und weiterzuforschen. Doch die verstörenden Bilder hinterlassen Spuren und treiben ihn in einen Zustand wachsender Paranoia.

Ein uralter Dämon erwacht

Ellison beginnt, Verbindungen zwischen den Morden zu erkennen. Mit Hilfe eines Polizisten, den er „Deputy So-and-So“ nennt, entdeckt er, dass alle Taten über Jahrzehnte hinweg stattfanden und jeweils ein Kind der Familie verschwand. Professor Jonas, ein Experte für Okkultismus, ordnet das Symbol in den Filmen dem babylonischen Dämon Bughuul zu, der als Kinder verschlingende Gott gilt. Inzwischen wird Ellison zunehmend von unheimlichen Visionen heimgesucht. Seine Tochter malt Bilder der toten Kinder, darunter auch der vermissten Stephanie, was die Mutter zutiefst verstört.

In Panik zerstört Ellison die Filme und zieht mit seiner Familie zurück ins alte Haus. Doch kurz darauf taucht die Filmkiste erneut auf, unversehrt und mit einer neuen Rolle. Als der Deputy ihn warnt, dass stets die nächste Familie nach einem Umzug stirbt, begreift Ellison die tödliche Konsequenz seiner Entscheidung. Zu spät bemerkt er, dass Ashley vergiftet wurde und nun von Bughuul besessen ist. Sie filmt, wie sie ihre Eltern tötet und die Wände mit Blut bemalt. Am Ende verschwindet sie mit Bughuul in der Projektion, während die grausame Sammlung auf dem Dachboden weiter wächst.

Filmkritik von „Sinister“

Sinister“ entfaltet seinen Schrecken mit einer Geduld, die selten geworden ist. Der Film arbeitet nicht mit lauten Effekten, sondern mit der stillen Bedrohung, die sich in jedes Bild legt. Die Super-8-Filme wirken roh, ungeschönt und beklemmend real. Ihre körnige Struktur erzeugt eine fast körperliche Reaktion, als würde man selbst durch die flackernden Bilder blicken. Jede Tat ist präzise, kalt, und dennoch seltsam hypnotisch. Ethan Hawke spielt diesen innerlich zerrissenen Schriftsteller mit spürbarer Anspannung, während familiäre Konflikte die Isolation verstärken. So entsteht ein stetiger Sog aus Ehrgeiz, Angst und Selbsttäuschung, der langsam in den Abgrund führt. Besonders die Pool-Sequenz verdichtet alles, was den Film ausmacht: Stille, Kontrolle und den schleichenden Verlust derselben.

Im letzten Drittel verliert „Sinister“ etwas von seiner Klarheit. Die Erklärung um Bughuul bremst das unheimliche Tempo und nimmt dem Unbekannten seine Kraft. Wo zuvor Rätsel und Andeutungen wirkten, tritt nun Deutung und Routine. Dennoch bleiben Bilder haften, die man kaum abschütteln kann. Der Rasenmäher-Moment etwa ist roher Terror in Reinform – unspektakulär, aber nachhaltig. Schnitt und Timing halten den Zuschauer in einem Zustand angespannter Erwartung. Das Finale folgt bekannten Mustern, doch die bedrückende Atmosphäre bleibt. So steht „Sinister“ letztlich als Beispiel dafür, wie Horror aus Stille und Konsequenz entsteht.

Letzte Aktualisierung am 18.02.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API