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Das Smartphone ist für viele heute das Tor zur Welt, um Musik zu hören und Informationen zu erhalten. Doch lange Zeit war es das Radio, das genau diese Aufgabe erfüllt hat. Die Ursprünge dieser Erfindung sind bereits im 19. Jahrhundert zu finden, doch erst in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts konnte es sich durchsetzen und wurde somit zu einem Massenmedium.
Noch heute hören viele Menschen Radio, wenn auch in großen Teilen unter anderen technischen Voraussetzungen. Wer sich für dieses Thema interessiert und mehr darüber erfahren möchte, der sollte unbedingt dem Radiomuseum Duisburg einen Besuch abstatten. 1994 wurde es im Stadtteil Ruhrort gegründet und bietet einen tollen Überblick über einhundert Jahre Radiogeschichte. Es handelt sich dabei um eine Privatinitiative, die mit viel Liebe zum Detail geführt wird. Alle Informationen dazu gibt es in diesem Artikel.
Die Anfänge des heutigen Radiomuseums Duisburg sind im Jahr 1994 zu finden. Es liegt im Stadtteil Ruhrort, nur wenige Gehminuten vom Vinckekanal entfernt. Es handelt sich nicht um ein staatliches Museum, sondern es wird auf Basis einer Privatinitiative betrieben. Dahinter steht der Verein Radiomuseum Duisburg unter der Museumsleitung von Wilhelm W. Struth.
Auf rund 350 Quadratkilometern gibt es hier jede Menge zu sehen. Mehrere hundert Exponate erlauben es, tief in die Geschichte des Radios einzudringen. Dabei gibt es Geräte, die aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts stammen und auch die Jahrzehnte danach sind entsprechend abgedeckt.
Das Museum bietet eine große Vielfalt an Ausstellungsstücken. Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Radiogeräten. Dazu gehören Detektoren, Röhrenempfänger, Grammophone und Plattenspieler, Fernsehtruhen und Tonbandgeräte. Dabei ist die große Besonderheit, dass viele dieser Geräte sogar noch funktionsfähig sind und vor Ort vorgeführt werden können. Die Ausstellung wurde chronologisch geordnet, was natürlich Sinn ergibt, da es über viele Jahrzehnte technischen Fortschritt gab. So lässt sich nicht nur die technische Entwicklung vollziehen, sondern auch die optische, da sich die Geräte über die lange Zeit stark verändert haben. Das betrifft auch die Materialien, die zum Bau genutzt wurden. Auch Holz wurde früher zum Bau von Radios eingesetzt.
| Exponat-Typ | Zeitraum | Besonderheiten | Funktionsfähig |
|---|---|---|---|
| Detektorengeräte | ab 1920er Jahre | Erste handgefertigte Empfänger, Versuchsaufbauten | Teilweise ✓ |
| Röhrenempfänger | 1920er – 1950er Jahre | Mit „magischem Auge“, Holzgehäuse, verschiedene Bakelitmodelle | Viele ✓ |
| Volksempfänger | 1933 – 1945 | NS-Propagandageräte, historisch-politische Einordnung | Ja ✓ |
| Notgeräte | 1945 – 1949 | Nachkriegszeit, Sondermodelle unter alliierter Kontrolle | Teilweise ✓ |
| UKW-Geräte | ab 1950er Jahre | Einführung Ultrakurzwelle, verbesserte Tonqualität | Ja ✓ |
| Musiktruhen | 1950er – 1960er Jahre | „Gelsenkirchener Barock“, Möbelstücke mit integriertem Radio | Ja ✓ |
| Grammophone & Plattenspieler | 1920er – 1970er Jahre | Tonaufzeichnung und -wiedergabe, „Schneewittchensarg“-Modelle | Viele ✓ |
| Tonbandgeräte | 1950er – 1970er Jahre | Aufzeichnungsgeräte verschiedener Hersteller | Teilweise ✓ |
| Fernsehtruhen | 1950er – 1970er Jahre | Frühe TV-Geräte als Designobjekte | Teilweise ✓ |
| 📻 Gesamt | Über 450 Exponate auf 350 m² – viele Geräte werden bei Führungen live vorgeführt. Zwei Dioramen zeigen authentische Wohnzimmer der 1930er und 1950er Jahre. | ||
Von besonderem Interesse sind die politischen Einordnungen, denn das Radio wurde stets auch wie andere Medien für verschiedene Zwecke genutzt. Ein Teil der Ausstellung richtet daher den Blick auf das Dritte Reich und wie zu dieser Zeit das Radio für Propagandazwecke genutzt wurde. Ein Aspekt, der in der Rückschau oft zu kurz kommt, ist, dass die Entwicklungen des Dritten Reichs auch aufgrund der neuen Technologien möglich wurden. Abgesehen von diesem speziellen Blick auf die Geschichte wird in dem Museum auch ein näherer Blick auf die Nachkriegszeit geworfen. Ein nachgebautes Wohnzimmer aus den Anfangsjahren des Rundfunks ist eines der Highlights im Museum.
Wer sich die Geschichte des Radios anschaut, blickt gleichzeitig auf ein faszinierendes Jahrhundert der wissenschaftlichen und technologischen Entdeckungen zurück. Zwar gelten die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts als Geburtsstunde des Radios, doch die Ursprünge und Wurzeln sind bereits einhundert Jahre davor zu finden. Wichtige Aspekte waren die Erforschung von Elektrizität und Magnetismus, die auch bei der Telegrafie und der Telefonie eine wichtige Rolle spielen. Das Radio hat aber noch einmal eine Sonderstellung, da es als erstes elektronisches Massenmedium gelten kann, das ganz ohne Vorkenntnisse genutzt werden konnte.

Ein wichtiger Aspekt in der Entwicklung des Radios war die Entdeckung des Elektromagnetismus durch den dänischen Physiker Hans Christian Ørsted. Später wurde eine Wellentheorie durch James Clerk Maxwell formuliert und tatsächlich konnten dann auch elektromagnetische Wellen nachgewiesen werden. Erste drahtlose Übertragungen folgten 1892 und 1883 durch David Edward Hughes und Nikola Tesla. Über die nächsten Jahre konnte die Reichweite vergrößert werden. 1906 wurden erstmals auch Musik und Sprache übertragen. 1919 gilt als das Geburtsjahr des kommerziellen Radios. Der Sender NBC aus den USA wurde daher bereits 1926 gegründet.
Das Radiomuseum Duisburg ist viel mehr als nur ein Ort unlebendiger Exponate. Abgesehen davon, dass viele der Geräte noch funktionieren, gibt es hier auch immer wieder verschiedene Veranstaltungen. Dabei darf man sich auf Fachvorträge und Tauschbörsen freuen. Ideal für alle Fans der Funkhistorie, die sich hier treffen können. Auch für Schüler und Studierende gibt es interessante Angebote, sodass Bildung im Museum eine wichtige Rolle spielt. Durch Prospekte und Programmzeitschriften werden viele Aspekte dokumentiert, sodass das Museum wichtige Impulse für die Dokumentation der allgemeinen Rundfunkgeschichte in Deutschland leistet. Geöffnet hat das Museum am Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Eintritt beträgt nur 3 Euro.
Noch heute hat das Radio eine wichtige Bedeutung, wenn diese auch aufgrund des Internets und Smartphones wesentlich geringer geworden ist. Das Radiomuseum Duisburg ist auf jeden Fall einen Besuch wert, denn hier zeigt sich die ganze Geschichte dieses Massenmediums. Zahlreiche Exponate laden zum Staunen und Lernen ein. Gegründet wurde es 1994 und wird von einem privaten Verein betrieben.