Logistik der Zukunft: Welche Lösungen setzen die Unternehmen ein, um ihre Auslieferungen nachhaltig zu machen

Logistik der Zukunft

Neben der Corona-Pandemie steht die Klimafrage heutzutage an der Tagesordnung. Solche Wörter wie Treibhausgase, CO2-Emissionen, Klimaschutz bleiben in allen Munden. Nach Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit wurden 2020 Treibhausgase rund 739 Mio. Tonnen, was 8,7 Prozent weniger als 2019 bedeutet, freigesetzt. Im Verkehrssektor liegen die Zahlen bei 146 Mio. Tonnen (11,4 Prozent weniger im Vergleich zu 2019). Trotzdem legt man immer noch einen großen Wert auf bessere Ergebnisse, welche eine bessere Logistik der Zukunft ermöglichen kann.

Die Vion Food Group & Mercedes-Benz Trucks & Schmitz Cargobull & Betterflow

In diesem Zusammenhang versuchen Unternehmen, die in irgendeiner Form mit der Logistikbranche verbunden sind, schädliche Emissionen zu reduzieren. Ein davon ist die Vion Food Group. Das ist ein internationaler Produzent von Fleisch, Fleischerzeugnissen und pflanzlichen Alternativen, der seine Flotte klimafreundlicher machen und demnach den CO2-Ausstoß im deutschen Raum um 8 Prozent reduzieren will. Dafür wurde dem Unternehmen einen Mercedes-Benz Actros 1848 LS 4×2 mit einem Schimtz Cargobull Auflieger geliefert.

 

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Aber das ist kein traditioneller LKW. Der Hauptunterschied von allen serienmäßigen Brüdern liegt bei Aerodynamik des Fahrzeugs. Die Experten aus Betterflow leisteten gründliche Arbeit. Sie bauten den Auflieger so um, sodass man bis zu 6,4 Prozent des Kraftstoffes sparen kann. Es gelang dem Betterflow-Team dank drei Schritten:

  • ein Unterbodenverkleidung (LowFlow)
  • ein Vorflügel für die Stirnwand des Aufliegers (HighFlow)
  • ein Heckflügelsystem (RearFLow)

Dabei öffnet sich der Heckflügel automatisch mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h und schließt wieder wenn das Fahrzeug langsam fährt.

Solchen Stellen, wo die Strömung nicht frei fließen kann, z.B. die Lücke zwischen der Zugmaschine und des Aufliegers, schenkte Betterflow eine besondere Aufmerksamkeit. Im Ergebnis verbraucht der LKW für Vion auf der Autobahn ca. 13 Liter pro 100 Kilometer.

Die Aerodynamik und SattelschlepperNeben Aerodynamik war in dieser Aufgabe auch der Sattelschlepper wichtig. Der gelieferte Mercedes-Benz Actros 1848 hat keine traditionellen Rückspiegel. Sie wurden durch dem MirrorCam-System ersetzt, was deutlich mehr Rundumsicht beim Abbiegen und Spurwechsel bietet. Dank der kompakten aerodynamischen Gestaltung lässt die MirrorCam bis zu 1,5 Prozent des Kraftstoffverbrauches sparen. Weitere 5 Prozent der Kraftstoffreduzierung erreicht man dank dem Predictive Powertrain Control, das den Straßenverlauf und die Fahrzeugfahrweise zusammenpasst. Außerdem verfügt der Actros über eine Reihe von allermöglichen Assistenten: Abstandshalte-Assistent, Aufmerksamkeits- und Abbiege-Assistent, Notbremsassistent der neuesten Generation Active Brake Assist 5, Active Drive Assist.

Nach Vion ist es möglich mit solchen aerodynamisch umgebauten Lastwagen bis zu einer halben Million Liter Diesel pro Jahr zu sparen und den CO2-Ausstoß um 1.500 Tonnen pro Jahr zu reduzieren.

IKEA Japan & FUSO eCanter

Nicht nur in Europa macht man Sorge über die aktuelle Klimasituation. Japan als technologiebewusstes Land hält die Augen offen und führt Innovationen allmählich in der Innenlogistik ein. Über 60 FUSO eCanter, vollelektrische leichte LKW der japanischen Tochtergesellschaft von Daimler AG, fahren zurzeit auf japanischen Straßen. Drei davon gehören zu IKEA Japan.

Zwei der drei Fahrzeuge liefern den Kunden bestellte Möbelstücke direkt nach Hause. Der dritte FUSO verkehrt zwischen zwei japanischen IKEA Einrichtungshäusern in Tokio. Mit einer Reichweite von 100 km sind drei eCanter imstande den eigenen Bedarf abzudecken sowie den innenstädtischen Verteilerverkehr für Kunden zu gewährleisten.

 

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Dennoch ist drei eCanter der erste Schritt der ehrgeizigen Strategie von IKEA Japan. Das Unternehmen hat ambitionierte Pläne für weitere Jahre hinsichtlich CO2-neutraler Transporte:

  • eine voll elektrische Fahrzeugflotte für Möbellieferungen bis zu 2025 einsetzen;
  • seine Treibhausgasemissionen um 80 Prozent bis zu 2030 senken.

Solches Umwelt- und Klimaschutz-Engagement steht im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie von FUSO und mithin Daimler AG. Der Fahrzeuganbieter strebt bis 2039 alle Nutzfahrzeuge in Europa, Nordamerika und Japan sauber zu machen.

Die Carlsberg Gruppe & Renault Trucks

Zurück in Europa und genauer gesagt in die Schweiz. Vor über ein Jahr wurde einen historischen Vertrag zwischen der Carlsberg Gruppe und Renault Trucks untergezeichnet. 20 D Wide Z.E., voll elektrisch angetriebene LKW von Renault Trucks, sollten während 2020 an die schweizerische Brauerei Feldschlösschen zum Einsatz kommen. Täglich befahren sie zwischen 100 und 200 km, um Bestellungen an Kunden aus 15 Logistikzentren der Brauerei zu beliefern.

Renault Trucks

Das war ein der ersten Erfahrungen an Elektromobilität tatsächlich zuwenden. Die beiden Partner setzen stark auf emissionsfreie Logistik ein und wollen gegen Klimaerwärmung kämpfen.

Zurzeit bietet der französische Hersteller eine komplette Palette aus serienmäßig elektrischen Nutzfahrzeugen von 3,1 bis zu 26 Tonnen, die in der Normandie erzeugt werden.

Contargo Transporte & DAF Trucks

Contargo Transporte bieten Logistik der ZukunftAls internationaler Logistikdienstleiter sorgt Contargo für Qualität seiner Dienstleistungen. Demzufolge strebt der Container-Logistiker danach, bis 2050 maximal sauber zu werden. Das bedeutet alle Schiffe und Lkw von Contargo müssen CO2-neutral werden.

Die Zielrealisierung fang mit dem Containertransport auf der Straße an, wo schon fast 2 Jahre zwei DAF CF Electric Sattelzugmaschinen täglich Containern aus dem Duisburger Hafen ins Hinterland und zurück transportieren.

Die Gruber Logistics Gruppe & IVECO

Aber nicht alle Fahrzeuganbieter stehen auf Elektromobilität als einen optimalen und richtigen Weg zur Nachhaltigkeit und Emissionsfreiheit. Ein krasses Beispiel dazu ist IVECO. Mehrere Jahrzehnte verlässt sich der italienische Hersteller auf den Gasantrieb (CNG, LPG, LNG) und entwickelt diese Technologie weiter. Dies wird von Logistikunternehmen akzeptiert und in die praktische Anwendung eingesetzt.

 

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Die Gruber Logistics Gruppe aus Südtirol kooperierte mit IVECO und erreicht ihre Klimaziele durch gasbetriebene Lastwagen. Bis Ende des Jahres soll die Flotte von Gruber Logistics um 100 IVECO S-WAY NP erweitert werden. Neben der Klimafreundlichkeit bringen IVECO LKW wirtschaftliche Nachhaltigkeit sowie hohe Leistung, die beim Fernverkehr benötigt ist, mit. Die gelieferten IVECO Fahrzeuge sind so konzipiert, sodass die NO2-Emissionen um bis 90 Prozent und Rußpartikel-Emissionen um bis zu 95 Prozent reduziert werden können.

Fazit zur Logistik der Zukunft

Die Realität zeigt uns deutliche Versuche von großen Unternehmen ihre Belastung auf Klima zu mindern. Aber ob dieses globale Ziel bei kleinen und mittleren Firmen oder in entwickelten Ländern oder Ländern der dritten Welt seinen Anklang findet, ist eine Frage. Jedoch bleiben Diesel und Lastwagen mit fossilem Antrieb mehr zugänglich und flexibel für durchschnittliche Kunden. Dabei sind sie mehr preisgünstiger besonders auf dem Gebrauchtmarkt. Laut Marktplätzen für Nutzfahrzeuge wie Truck1 Deutschland kommen neue Anzeigen von tausenden gebrauchten LKW, Sattelzügen, Aufliegern und Anhängern jeden Monat. Es scheint, Diesel will nicht aufgeben.