Die Nächte werden kühler, und für viele läuft die Heizung bald wieder täglich. Wer erst bei der ersten Kälte merkt, dass ein Heizkörper kalt bleibt, ärgert sich doppelt, denn dann sind Fachbetriebe oft schon ausgebucht. Ein kurzer Check vor dem Start spart Ärger und Energie. Das Entlüften der Heizkörper ist dabei nur ein Schritt unter mehreren.
Wann beginnt die Heizsaison, und wann sollte der Check stattfinden?
Als Heizperiode gilt üblicherweise der Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. April. Gesetzlich festgeschrieben ist das nicht, die Spanne stammt aus der Rechtsprechung und steht in vielen Mietverträgen. Kühlt eine Mietwohnung schon im September mehrere Tage stark aus, muss der Vermieter auch dann heizen lassen. Als guter Zeitpunkt für den Check gilt der frühe Herbst, am besten zwischen Ende September und Mitte Oktober, also jetzt.
Die Checkliste in sieben Schritten
Die Reihenfolge ist sinnvoll: erst prüfen, ob die Anlage anspringt, dann entlüften, dann Druck und Thermostate kontrollieren.
| Schritt | Was ihr tut | Wer macht das? |
| 1. Probelauf | Thermostate aufdrehen, etwa eine halbe Stunde warten, prüfen ob alle Heizkörper warm werden | Mieter und Eigentümer |
| 2. Entlüften | Heizkörper, die gluckern oder oben kalt bleiben, entlüften | Mieter und Eigentümer |
| 3. Anlagendruck | Manometer der Heizung kontrollieren | Eigentümer, Mieter melden Auffälligkeiten |
| 4. Thermostate | Klemmende Ventile lösen, Einstellungen und Batterien prüfen | Mieter und Eigentümer |
| 5. Heizkörper freimachen | Möbel und Vorhänge entfernen | Mieter und Eigentümer |
| 6. Wartung | Inspektion durch einen Fachbetrieb einplanen | Eigentümer oder Verwaltung |
| 7. Hydraulischer Abgleich | Prüfen, ob Heizkörper sehr unterschiedlich warm werden | Fachbetrieb |
Was die Tabelle nicht verrät
- Entlüften:
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Heizkörper zunächst vollständig warm werden zu lassen, bevor ihr ihn nach der richtigen Reihenfolge und mit Blick auf den Wasserdruck entlüftet. - Anlagendruck:
Der richtige Wert hängt von der Anlage und der Gebäudehöhe ab und ist häufig am Manometer markiert oder in der Bedienungsanleitung angegeben, einen festen Wert für alle Anlagen gibt es nicht. Ist der Druck zu niedrig, informieren Mieter die Hausverwaltung, Eigentümer füllen Heizungswasser nur nach Herstellervorgabe nach oder beauftragen einen Fachbetrieb. - Thermostate:
Bei programmierbaren Modellen lohnt ein Blick auf Heizprofile und Batteriestand, damit die Temperatur während der Abwesenheit automatisch sinkt. Ganz abstellen sollte man die Heizung in kalten Phasen nicht immer, denn stark ausgekühlte Räume brauchen später viel Energie, um wieder warm zu werden. - Wartung und Abgleich:
Die Verbraucherzentrale empfiehlt die Inspektion möglichst einmal jährlich vor dem Winter. Das Gesetz verlangt eine regelmäßige Heizungswartung, schreibt aber kein festes Intervall vor, und bei entsprechender Betriebskostenvereinbarung kann der Vermieter die Kosten auf Mieter umlegen. Beim hydraulischen Abgleich stellt ein Fachbetrieb die Anlage so ein, dass das Heizwasser passend auf die einzelnen Heizkörper verteilt wird.
Sonderfälle: Wärmepumpe, Fußbodenheizung, alte Heizkörper
- Wärmepumpe: Man sollte die Anlage laut ADAC nicht abrupt ausschalten, weil das den Kompressor beschädigen kann.
- Fußbodenheizung: Sie wird nicht am einzelnen Heizkörper, sondern am Heizkreisverteiler entlüftet, und mehrere Hersteller und Ratgeber empfehlen dafür einen Fachbetrieb. Mieter sollten das nicht eigenmächtig tun, die Kosten für den Fachmann liegen nach Angaben von Ratgebern bei etwa 50 bis 200 Euro.
- Alte Heizkörper ohne Entlüftungsventil: Der ADAC beschreibt einen Notweg: Thermostatventil zudrehen, dann mit einem großen Maulschlüssel vorsichtig die Überwurfmutter am Vorlaufrohr öffnen und zudrehen, sobald Wasser austritt.
Was kostet der Heizungs-Check?
Vieles lässt sich selbst erledigen und kostet nichts oder nur wenig, der Fachbetrieb wird bei Wartung und Abgleich nötig.
| Maßnahme | Kosten | Hinweis |
| Entlüften (Heizkörper) | kostenlos, Entlüftungsschlüssel wenige Euro | spart laut ADAC bis zu 15 Prozent Heizkosten |
| Entlüften Fußbodenheizung (Fachbetrieb) | etwa 50 bis 200 Euro | laut Ratgebern, je nach Aufwand |
| Wartung Gasheizung | im Schnitt etwa 130 Euro | laut co2online, Spanne 80 bis 220 Euro |
| Wartung Wärmepumpe | im Schnitt etwa 140 Euro | laut co2online, Spanne 110 bis 220 Euro |
| Wartung Ölheizung | im Schnitt etwa 160 Euro | laut co2online, Spanne 120 bis 260 Euro |
| Hydraulischer Abgleich, Einfamilienhaus | Grundpaket etwa 750 bis 1.200 Euro | spart laut Verbraucherzentrale bis zu 15 Prozent Heizkosten, kann aber deutlich weniger sein |
Die Prozentwerte sind einzelne Höchstangaben und lassen sich nicht addieren.
Die Angaben zum Abgleich stammen aus dem Ratgeber der Verbraucherzentrale (Stand 10. November 2025) und gelten für ein Einfamilienhaus mit zehn Heizkörpern. Für eine genauere Heizlastberechnung nennen die Verbraucherzentralen noch einmal 400 bis 600 Euro zusätzlich. Die Wartungskosten stammen von co2online, Angebote von Fachbetrieben können abweichen, oft kommen noch Anfahrt und Messprotokoll hinzu.
Wann ein Fachbetrieb nötig ist
Fachliche Hilfe braucht ihr, wenn der Heizkörper nach dem Entlüften kalt bleibt, das Ventil undicht ist, der Anlagendruck wiederholt sinkt oder ständig neue Luft ins System gelangt. Wer den Check früh macht, bekommt leichter einen Termin, im November sind Fachbetriebe oft ausgebucht. Wer darüber hinaus Geld sparen möchte, kann auch beim Heizverhalten, beim Lüften und bei der Raumtemperatur ansetzen.