Elektrisch durch die Stadt: Aktuelle Trends und Perspektiven zur urbanen E-Mobilität


Elektrisch durch die Stadt: Aktuelle Trends und Perspektiven zur urbanen E-Mobilität


Die Elektromobilität gilt als zentraler Baustein für eine nachhaltige Reduzierung der verkehrsbedingten CO2-Emissionen. Gleichermaßen soll die Verkehrswende speziell in städtischen Regionen weitere Vorteile mit sich bringen – von einer Lärmreduktion bis hin zu einer verbesserten Luftqualität. Über das vergangene Jahrzehnt gewannen Elektroautos so zusehends an Bedeutung, auch bedingt durch politisch geschaffene Anreize in Form von Förderprogrammen sowie technologischen Fortschritten, welche die Reichweiten moderner E-Autos steigerten. Ob die ursprünglich festgelegten Ziele zur Elektromobilität gehalten werden können, wird aktuell aber angezweifelt.

Ein Blick auf den Status Quo: Wie geht die E-Verkehrswende in Deutschland wirklich voran?

Die vorherige Ampel-Regierung setzte für die Elektromobilität in Deutschland noch vor wenigen Jahren ehrgeizige Ziele. Bis zum Jahr 2030 sollte der Anteil der E-Autos in Deutschland die Marke von 15 Millionen durchbrechen. Die Nachfolgeregierung aus Union und SPD hat diese Ziele offiziell nicht übernommen, mitunter auch deshalb, weil Experten und selbst offizielle Ministerien an ihrer Umsetzbarkeit zweifeln. Das Umweltbundesamt geht aktuell beispielsweise gerade einmal von rund 10,7 Millionen zugelassenen E-Autos zur Wende des Jahrzehnts aus. Selbst das gilt noch als eher optimistisch.

Ende des Jahres 2025 waren in Deutschland bis dato nämlich nur etwas mehr als 1,8 Millionen E-Autos zugelassen, wobei der überwiegende Teil davon gewerbliche Neuzulassungen sind. Bei Privatverbrauchern fristet das E-Auto, zumindest im direkten Vergleich zu Verbrennern, immer noch ein relatives Schattendasein. Ebenfalls in 2025 fand zumindest ein deutlicher Anstieg im Hinblick auf die Neuzulassungen statt. Rund 19 % aller Neuzulassungen waren Elektrofahrzeuge.

Um das ursprüngliche Ziel der Verkehrswende bis 2030 zu erreichen, müssten bei jährlich etwa 3 Millionen Neuzulassungen fortan also mehr als die Hälfte davon auf Elektrofahrzeuge fallen. Gemessen an den Zahlen aus 2025 gilt das illusorisch. Experten rechnen zum aktuellen Zeitpunkt mit zwischen 6 und bestenfalls 11 Millionen Elektrofahrzeugen, die im Jahr 2030 über Deutschlands Straßen fahren. Aber: Deutsche sind E-Autos zugleich kontinuierlich offener gegenüber. Zuletzt zeigten sich bei einer Umfrage 58 % der Befragten gewillt, über den Kauf eines elektrisch angetriebenen Pkws nachzudenken.

Urbane Räume werden weiter zu E-Mobilitätshochburgen

SchnellladestationenIn städtischen Regionen kommt der Ausbau der Elektromobilitätsinfrastruktur indes weiter gut voran. Das liegt nahe, denn in urbanen Gefilden spielen gängige Vorbehalte, wie beispielsweise eine mangelnde Ladeinfrastruktur oder zu kurze Reichweiten, eine weniger große Rolle als in ländlichen Gebieten. Schon heute gibt es in den meisten Großstädten zahlreiche Schnellladestationen und öffentliche Ladepunkte, beide gestützt von intelligenten Netzen, die sich zusehends stärker erneuerbare Energiequellen zu Nutze machen. Der Ausbau muss da aber weiter vorangehen, denn speziell in dicht bevölkerten Großstädten sind oftmals immer noch zu wenige Lademöglichkeiten in unmittelbarer Nähe vorhanden.

Der öffentliche Nahverkehr wird indes ebenfalls konsequent stärker auf elektrische Antriebe umgestellt. Ergänzend dazu finden sich in vielen Großstädten mittlerweile gleich mehrere Angebote für elektrische E-Scooter und E-Bikes, auch Carsharing ist zumindest in den größten Städten Deutschlands weitgehend elektrisch und flächendeckend verfügbar. Als Vorreiter dahingehend gelten unter anderem Berlin, München und Hamburg.

Kostenpunkt E-Auto: Von der Anschaffung bis zum Unterhalt

Speziell seit zusehends mehr chinesische Autobauer nach Europa vordringen, sind auch E-Autos erschwinglicher geworden. Zumindest für jene, die weniger Wert auf große Marken oder in Deutschland produzierte Fahrzeuge legen. Trotz der in Deutschland eher hohen Strompreise, siedeln sich die Kosten für die Aufladung zuhause oder unterwegs meist etwas niedriger gegenüber traditionellen Kraftstoffen an. Etwas anders sieht es dann aus, wenn an einem E-Auto tatsächlich einmal der Akku ausgetauscht werden muss. Akkus sind nach wie vor der große Kostentreiber, bei einem vollständigen Austausch ist in jedem Fall mit einer fünfstelligen Summe zu rechnen. Der ADAC gibt im Hinblick auf einen Akkuaustausch Kosten in Höhe von bis zu 20.000 Euro an.

Kostenpunkt E-Auto

Genau aus diesem Grund wird bei der Wahl der Elektroauto-Versicherung häufig auch eine Allgefahrendeckung empfohlen, die speziell den notwendigen Austausch des Akkus mit einschließt. Praktisch ist, wenn die Police noch weitere ergänzende Leistungen mitbringt, zum Beispiel in Form eines inkludierten Schutzes für die Wallbox und das Ladekabel. Letzteres spielt dann eine Schlüsselrolle, wenn das E-Auto auf dem heimischen Grundstück geladen wird.

Die Prämien für die E-Kfz-Versicherung können sich, wie auch bei Verbrennern, je nach Modell, Batteriegröße, Region, Fahrprofil und Fahrer unterscheiden. Nicht überraschend, sind Vollkaskoversicherungen zudem natürlich, wie ebenso bei Verbrennern, kostspieliger als Policen mit Teilkasko. Solche würden den Fahrzeughalter aber immer noch gegenüber Kosten schützen, die durch Sturm, Raub, Diebstahl, Glasbruch oder Tierschäden entstehen.

Resümee: Noch gibt es viel zu tun, aber die Verkehrswende schreitet dennoch voran

Resümee: Noch gibt es viel zu tun, aber die Verkehrswende schreitet dennoch voran Die ursprünglich gesetzten, sehr ehrgeizigen Ziele wird die Elektromobilität mit großer Wahrscheinlichkeit verfehlen. Das bedeutet aber nicht, dass E-Autos nicht kontinuierlich an Akzeptanz gewinnen und die Zulassungen konsequent ansteigen: Lediglich das Tempo kann nicht mit den vormals getroffenen Annahmen mithalten. Da speziell jüngere Fahrer aber umso offener gegenüber Elektrofahrzeugen sind, wird die Demografie etwas Rückenwind für die Branche liefern. Das Fundament muss aber weiterhin die Politik schaffen: Mit einem noch stärkeren und weitflächigeren Ausbau der Ladeinfrastruktur.