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Die Firma Tönnies hat große Pläne, die aber nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen. Am Hauptsitz des Lebensmittelkonzerns in Rheda-Wiedenbrück soll eine Betriebsausweitung stattfinden. Damit will der Konzern seine Kapazität für Schlachtungen erhöhen. Bereits jetzt werden an diesem Standort rund 26.000 Schweine pro Tag geschlachtet. Gegen die Ausbaupläne hat sich Protest geregt und mittlerweile sogar ein Bündnis gegründet. Dahinter stehen Camila Cirlini und Uschi Kappeler, die im Mai von den Erweiterungsplänen erfahren haben.
Mittlerweile haben sich aber zahlreiche andere Organisationen angeschlossen. Unter anderem die Kreisverbände der Linken und Bündnis 90/Die Grünen. Verschiedene Argumente werden dafür vorgebracht, warum die Erweiterung nicht sinnvoll ist. Neben den Aspekten des Tierschutz geht es dabei vor allem auch um die Belastung für die Umgebung durch Wasserverbrauch und Mehrabfälle. Alle Aspekte dieses Themas werden in diesem Artikel vorgestellt.
Schon jetzt ist nicht jeder mit der Firma Tönnies glücklich und Proteste hat es auch schon immer mal wieder gegeben. Im Mai wurde aber bekannt, dass der Konzern eine Erweiterung in Rheda-Wiedenbrück plant, wo der Hauptsitz von Tönnies ist. Beantragt wurde eine Erhöhung der Schlachtkapazität, die aktuell 3.000 Tonnen pro Tag beträgt und auf 3.500 Tonnen ansteigen soll. Das bedeutet ungefähr einen Zuwachs von 17 Prozent. Oder um es ganz konkret zu machen: Statt 26.000 Schweinen sollen in Zukunft 30.400 Schweine unters Messer kommen und geschlachtet werden. Als Begründung wird die hohe Nachfrage angeführt.
Von diesen Plänen haben Uschi Kappeler und Camila Cirlini erfahren, die schnell beschlossen, etwas dagegen unternehmen zu wollen. So wurde das Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung gegründet und erste Proteste wurden organisiert. Mittlerweile gehören dem Bündnis zahlreiche Partner an. Dazu gehören die Kreisverbände der Linken sowie Bündnis 90/Die Grünen, außerdem der Landesverband der V-Partei³, ebenso der Bundesverband der Tierschutzpartei. Weitere Partner sind NABU, fairleben, Attac, VENGA, Human Animal Rights, der TSV Notpfote sowie der GrünerSinn-Verlag. Zusammen protestiert man und klärt über die anstehende Erweiterung auf.
Obwohl seit Jahren der Fleischverbrauch in Deutschland abnimmt, wird diese Erweiterung geplant. Entsprechend bedient die Nachfrage hauptsächlich das Ausland. Und letztendlich darf natürlich auch der Tierschutz nicht vergessen werden, der auch gesetzlich festgelegt ist. Die meisten Tiere der Tönnies-Fabrik sind der Massentierhaltung zuzuordnen, was nur selten mit geltendem Tierschutz einhergeht. Das bedeutet auch, dass zahlreiche Tiere aufgrund von Krankheiten sterben werden und somit gar nicht in den Kauf gelangen. Das Bündnis argumentiert damit, dass die Erweiterung zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr notwendig sei und die Auswirkungen für Mensch, Tier und Umwelt negativ wären.
Argumente, die gegen Fleisch und Tierprodukte sprechen, gibt es genügend und die positiven Aspekte kommen nicht nur den Tieren zugute, sondern auch den Menschen und der Umwelt. Wer Fleisch isst, hat ethisch wirklich nur wenige Argumente auf seiner Seite, doch eben genau auf dieser Ebene werden die Debatten gar nicht geführt. Vielmehr ist also die Frage, ob die Ernährung ein gesellschaftliches Thema sein sollte? Längst ist Fleisch zu einem Politikum geworden, was sich an zahlreichen Debatten, Aufregern und Schlagzeilen erkennen lässt. Doch die Kernfrage bleibt bestehen: Ist Ernährung privat oder nicht?
Die Debatten werden selten sachlich geführt, da Emotionen übernehmen und jeder seine eigenen Befindlichkeiten im Sinne hat. Die einen fühlen Mitleid, die anderen eine Einmischung in ihre Privatsphäre. Interessanterweise sind sich aber fast alle Menschen darin einig, dass es so etwas wie Tierschutz geben sollte, was ja auch gesetzlich festgeschrieben ist. Wenn man also genauer hinschaut, stehen die Menschen gar nicht auf unterschiedlichen Seiten, sondern haben nur verschiedene Intensitäten, was das Thema angeht. Wenn das erkannt werden kann, könnten Debatten in Zukunft wesentlich sinnvoller geführt werden.