Die Frage nach der Berlin Wahl 2026 Regierungsbildung ist seit dem Wahlabend offen. Die Linke wurde mit 25,7 Prozent zur stĂ€rksten Kraft, wĂ€hrend die bisherige Regierung aus CDU und SPD ihre Mehrheit verloren hat. Im neuen Abgeordnetenhaus reichen ZweierbĂŒndnisse kaum noch aus.
FĂŒr die Regierungsbildung zĂ€hlen deshalb vor allem neue Mehrheiten zwischen Linken, CDU, GrĂŒnen und SPD. Das vorlĂ€ufige Ergebnis steht seit dem frĂŒhen Morgen des 21. September fest. Der Landeswahlleiter veröffentlicht hierbei die offiziellen Wahldaten.
Die Linke hat die Wahl mit 25,7 Prozent gewonnen und ihren Stimmenanteil gegenĂŒber 2023 deutlich gesteigert. Die CDU folgt mit 18,8 Prozent. Dahinter stehen AfD, GrĂŒne und SPD. Das BSW verpasst mit 4,7 Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus, ebenso die FDP mit 2,5 Prozent.
Entscheidend fĂŒr die Koalitionsfrage ist die neue Sitzverteilung. Das Abgeordnetenhaus umfasst nach dem vorlĂ€ufigen Ergebnis 158 Sitze. FĂŒr eine absolute Mehrheit werden damit mindestens 80 Mandate benötigt. CDU und SPD kommen gemeinsam nur noch auf 56 Sitze.
| đïž Partei | đłïž Zweitstimmen | đȘ Sitze | đ VerĂ€nderung zu 2023 |
| Die Linke | 25,7 % | 47 | +13,4 Prozentpunkte |
| CDU | 18,8 % | 34 | -9,5 Prozentpunkte |
| AfD | 16,3 % | 29 | +7,2 Prozentpunkte |
| GrĂŒne | 14,3 % | 26 | -4,1 Prozentpunkte |
| SPD | 12,1 % | 22 | -6,3 Prozentpunkte |
Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent und damit deutlich ĂŒber dem Wert von 2023. Das Ergebnis ist vorlĂ€ufig. Der Landeswahlausschuss soll das endgĂŒltige Ergebnis am 12. Oktober feststellen.
Die Sitzverteilung ermöglicht mehrere theoretische Mehrheiten. Politisch werden derzeit vor allem zwei DreierbĂŒndnisse diskutiert. Linke, GrĂŒne und SPD kĂ€men gemeinsam auf 95 Sitze. CDU, GrĂŒne und SPD hĂ€tten zusammen 82 Sitze und damit ebenfalls eine Mehrheit.
Rein mathematisch hĂ€tten auch CDU und Linke mit 81 Sitzen genĂŒgend Mandate. Die CDU hat eine Zusammenarbeit mit der Linken jedoch vor der Wahl ausgeschlossen. Koalitionen mit der AfD wurden von CDU, Linken, GrĂŒnen und SPD ebenfalls abgelehnt.
| đ€ BĂŒndnis | đȘ Sitze | đ Mehrheit ab 80 | đïž Politischer Stand |
| Linke + GrĂŒne + SPD | 95 | â | Sondierungen politisch möglich |
| CDU + GrĂŒne + SPD | 82 | â | Sondierungen politisch möglich |
| CDU + Linke | 81 | â | Von der CDU ausgeschlossen |
| CDU + SPD | 56 | â | Bisherige Koalition ohne Mehrheit |
Der Koalitionsrechner von rbb24 zeigt deshalb nicht nur rechnerische Kombinationen. Entscheidend bleiben die politischen Zusagen der Parteien und die kommenden SondierungsgesprĂ€che. Wie schwierig eine Regierungsbildung bei knappen Mehrheiten werden kann, zeigte bereits die Landtagswahl 2010 in NRW.Â
GrĂŒne und SPD sind fĂŒr beide derzeit diskutierten DreierbĂŒndnisse notwendig. Damit nehmen beide Parteien trotz eigener Verluste eine wichtige Rolle bei den Sondierungen ein. Ohne mindestens eine dieser beiden Parteien lĂ€sst sich unter den erklĂ€rten Koalitionsaussagen keine stabile Mehrheit bilden.
Die GrĂŒnen haben nach dem Wahlabend die Bereitschaft zu GesprĂ€chen mit den Linken und der SPD signalisiert. Die SPD reagierte zunĂ€chst zurĂŒckhaltend und will das Ergebnis parteiintern auswerten. Gleichzeitig kann sie auch fĂŒr ein BĂŒndnis mit der CDU und den GrĂŒnen herangezogen werden.
FĂŒr die CDU eröffnet sich dadurch trotz Platz zwei eine mögliche Regierungsoption. Ihr Spitzenkandidat Stefan Evers schloss eine Beteiligung an einer neuen Regierung nach der Wahl nicht aus. Welche GesprĂ€che tatsĂ€chlich beginnen, hĂ€ngt nun von den Parteigremien ab.
Eine rechnerische Mehrheit bedeutet noch keinen Koalitionsvertrag. Bei Linken, GrĂŒnen und SPD dĂŒrfte besonders die Wohnungspolitik zum PrĂŒfstein werden. Linke und GrĂŒne unterstĂŒtzen die Vergesellschaftung groĂer Wohnungsunternehmen. Die SPD hatte eine solche Lösung vor der Wahl abgelehnt.
Auch bei einem BĂŒndnis aus CDU, GrĂŒnen und SPD wĂ€ren Kompromisse nötig. Wie stark politische Entscheidungen den Alltag prĂ€gen, zeigt sich besonders bei Themen wie Wohnen, Verkehr und Klimapolitik. Ein konkreter Streitpunkt ist das Tempelhofer Feld. Die CDU will eine Randbebauung und hat das Thema als wichtigen Punkt in den KoalitionsgesprĂ€chen genannt. GrĂŒne und Linke lehnen eine Bebauung ab, die SPD positionierte sich im Wahlprogramm ebenfalls dagegen.
FĂŒr die ersten Sondierungen dĂŒrften deshalb vor allem diese Themen eine Rolle spielen:
Eine neue Regierung steht nicht automatisch mit dem Wahlergebnis fest. ZunĂ€chst fĂŒhren die Parteien SondierungsgesprĂ€che. Erst danach können formelle Koalitionsverhandlungen beginnen und mit einem Koalitionsvertrag enden. Wie sehr solche politischen Mehrheiten konkrete Vorhaben beeinflussen, zeigt derzeit beispielsweise die Rentenreform 2026. Â
Das endgĂŒltige Wahlergebnis soll der Landeswahlausschuss nach aktueller Planung am 12. Oktober feststellen. Das neu gewĂ€hlte Abgeordnetenhaus soll am 29. Oktober erstmals zusammentreten. FĂŒr die Wahl des regierenden BĂŒrgermeisters oder der regierenden BĂŒrgermeisterin gibt es keine gesetzlich festgelegte Frist.
Im ersten und zweiten Wahlgang ist die Mehrheit aller Mitglieder des Abgeordnetenhauses erforderlich. Scheitern beide WahlgĂ€nge, reicht im dritten Wahlgang die höchste Stimmenzahl. Bis eine neue Regierung gewĂ€hlt ist, bleibt daher Zeit fĂŒr lĂ€ngere Verhandlungen.
Das Wahlergebnis beendet die bisherige Mehrheit der CDU und der SPD und zwingt die Parteien zu neuen BĂŒndnissen. Rechnerisch haben Linke, GrĂŒne und SPD mit 95 Sitzen sowie CDU, GrĂŒne und SPD mit 82 Sitzen klare Mehrheiten.Â
Welche Berlin Wahl 2026 Koalition tatsĂ€chlich entsteht, entscheidet sich aber erst in den Sondierungen. Vor allem die Wohnungspolitik, das Tempelhofer Feld, der Haushalt und die kĂŒnftige FĂŒhrung des Senats können die GesprĂ€che prĂ€gen. Bis dahin bleibt offen, wer Berlin in der neuen Wahlperiode regiert.