Die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wird die größte aller Zeiten. Statt 32 Mannschaften nehmen erstmals 48 teil, und der gesamte Turniermodus wurde dafür umgebaut. Wer den Spielplan verstehen will, sollte die neue Struktur kennen, denn sie verändert die Gruppenphase, fügt eine zusätzliche K.-o.-Runde hinzu und verlängert den Weg ins Finale.
Spielberichte und Hintergründe zum Turnier kommen laufend zusammen, mehr davon gibt es im Sport-Ressort. Dieser Beitrag erklärt den Modus Schritt für Schritt.
Bei den bisherigen Turnieren spielten 32 Teams in acht Vierergruppen. 2026 sind es 48 Mannschaften, aufgeteilt in 12 Gruppen zu je vier Teams. Insgesamt steigt die Zahl der Partien von 64 auf 104, und das Turnier dauert mehrere Tage länger.
Die genauen Regeln und die offizielle Auslosung gibt die FIFA vor. Der größte strukturelle Unterschied: Es gibt eine zusätzliche K.-o.-Runde, das Sechzehntelfinale.
Der Unterschied wird im direkten Vergleich deutlich. Früher: 32 Teams, acht Gruppen, 64 Spiele, K.-o.-Start im Achtelfinale, maximal sieben Spiele bis zum Titel. Jetzt: 48 Teams, zwölf Gruppen, 104 Spiele, K.-o.-Start im Sechzehntelfinale, maximal acht Spiele bis zum Titel. Mehr Mannschaften bedeuten mehr Nationen, mehr Spiele und mehr potenzielle Überraschungen, aber auch eine höhere Belastung und ein längeres Turnier. Genau an diesem Spannungsfeld entzündet sich auch die Debatte um das neue Format.
Für die Gruppenauslosung werden die 48 Teams anhand der FIFA-Weltrangliste in vier Töpfe zu je zwölf Mannschaften eingeteilt. Die drei Gastgeber USA, Kanada und Mexiko sind gesetzt und kommen in Topf eins. Aus jedem Topf wird pro Gruppe ein Team gezogen, sodass starke Nationen in der Gruppenphase möglichst nicht direkt aufeinandertreffen. So soll ein ausgewogener Turnierbaum entstehen. Trotzdem gibt es jedes Mal die eine schwere Gruppe, in der gleich mehrere Topteams stehen.

In der Gruppenphase trifft jedes Team in seiner Vierergruppe einmal auf die anderen drei. Das ergibt 72 Spiele. Weiter kommen die beiden Gruppenersten sowie die acht besten Gruppendritten. So entsteht ein Feld von 32 Mannschaften für die erste K.-o.-Runde. Gerade die Regel um die besten Drittplatzierten sorgt dafür, dass viele Gruppen bis zum letzten Spieltag spannend bleiben, weil auch Rang drei noch zum Weiterkommen reichen kann.
Zwölf Gruppen bedeuten zwölf Drittplatzierte, von denen aber nur acht weiterkommen. Verglichen werden zuerst die Punkte, dann Tordifferenz, erzielte Tore und weitere Kriterien. Für ein Team auf Rang drei kann es also reichen, vier Punkte zu holen, während in einer anderen Gruppe vier Punkte schon nicht mehr genügen. Diese Konstellation macht die letzten Gruppenspiele besonders reizvoll, weil Mannschaften teils nicht nur auf das eigene Ergebnis, sondern auch auf parallele Partien schauen müssen.
Stehen zwei oder mehr Teams punktgleich, entscheidet eine festgelegte Reihenfolge: zunächst die Tordifferenz aus allen Gruppenspielen, dann die Zahl der erzielten Tore. Bleibt es gleich, zählt der direkte Vergleich der betroffenen Teams. Erst danach kommen weitere Kriterien wie eine Fairplay-Wertung ins Spiel, ganz am Ende gegebenenfalls das Los. Diese Regeln klingen technisch, entscheiden aber regelmäßig über Weiterkommen oder Ausscheiden.

Neu ist die Runde der letzten 32, also das Sechzehntelfinale. Von dort geht es im klassischen K.-o.-System weiter: Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel. In der K.-o.-Phase entscheidet jedes Spiel sofort, bei Gleichstand folgen Verlängerung und gegebenenfalls Elfmeterschießen. Für die Mannschaften bedeutet die zusätzliche Runde eine Partie mehr als früher.
Wer den Titel holen will, muss bis zu acht Spiele bestreiten: drei in der Gruppenphase und fünf in der K.-o.-Runde. Das ist ein Spiel mehr als beim alten 32er-Format. Die Belastung für Spieler und Betreuerstäbe steigt entsprechend, zumal die langen Reisewege zwischen den Spielorten in drei Ländern hinzukommen. Kritiker bemängeln genau das, Befürworter verweisen auf mehr teilnehmende Nationen und zusätzliche Spannung.
Das Turnier beginnt am 11. Juni 2026 mit dem Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt und endet am 19. Juli 2026 mit dem Finale im Großraum New York. Den fortlaufend aktualisierten Spielplan mit Terminen und Übertragungszeiten findest du bei Sendern wie der ARD-Sportschau. Die deutschen Anstoßzeiten fallen wegen der Zeitverschiebung überwiegend auf Abend und Nacht.

Trotz des größeren Feldes bleibt der Kreis der Titelkandidaten überschaubar. Argentinien, Frankreich, Spanien, England, Brasilien und Deutschland werden traditionell vorn erwartet. Wie sich diese Einschätzung in konkreten Zahlen niederschlägt, zeigen die Quoten der Buchmacher, die das Kräfteverhältnis laufend abbilden. Wer die Angebote gegenüberstellen möchte, findet einen laufend aktualisierten WM Wettanbieter im Vergleich mit den Quoten zu allen Spielen. Erfahrungsgemäß ändern sich diese spürbar, sobald die Gruppenphase gelaufen ist.
48 statt bisher 32, aufgeteilt in zwölf Vierergruppen.
104 Partien, deutlich mehr als die 64 Spiele früherer Turniere.
Weiter kommen die beiden Gruppenersten plus die acht besten von zwölf Gruppendritten, zusammen 32 Teams.
Bis zu acht: drei in der Gruppe und fünf in der K.-o.-Runde, von der Runde der letzten 32 bis zum Finale.