Die Veränderungen durch KI im Alltag der Dresdner Stadtviertel – Alles von Verkehrsplanung bis Nachbarschaftshilfe

Die Veränderungen durch KI im Alltag der Dresdner Stadtviertel - Alles von Verkehrsplanung bis Nachbarschaftshilfe

Dresden wird immer mehr zu einer der smarten Städte Deutschlands. Verkehrsströme werden durch Sensoren erfasst, Ampelschaltungen werden durch Algorithmen optimiert und digitale Plattformen bringen Carsharing-Angebote zusammen. Das, was einst wie Zukunftsmusik klang, ist bereits Teil des Straßenbildes in der Dresdner Neustadt und anderen Stadtteilen. Die umfassende Nutzung von Künstlicher Intelligenz wirft jedoch wichtige Fragen auf: Wer hat die Kontrolle über diese Systeme? Wie offen sind sie in ihrer Arbeitsweise?

Die europäische KI-Verordnung, die seit August 2024 gilt, versucht, diese Fragen zu beantworten. Bis August 2025 hatte Deutschland Zeit, um eine nationale Aufsichtsbehörde zu benennen – diese Frist wurde jedoch verpasst. Ein Entwurf legt fest, dass die Bundesnetzagentur diese Aufgabe übernehmen soll. Aber was heißt das konkret für Dresden?

Dresden: Smarte Mobilität im Alltag

Schon wer morgens mit dem Rad durch die Äußere Neustadt fährt, nutzt die Vorteile von smarten Verkehrssystemen. Im Rahmen des Smart-City-Programms testet die Stadt ein umfassendes Verkehrsmanagementsystem, welches die Daten von Sensoren in Echtzeit analysiert.  Status werden erkannt, noch bevor sie sich entwickeln. Lieferdienste bekommen Routenempfehlungen, die Hauptverkehrsstraßen umfahren.

Im Testfeld „Mobilities for EU“ im Ostragehege werden flexible Ladelösungen für E-Fahrzeuge getestet, das automatisierte Fahren erprobt und neue Betreiberkonzepte kreiert.  Systeme, die auf künstlicher Intelligenz basieren, treffen Entscheidungen darüber, wann welche Ampel schaltet, wo Parkplätze verfügbar sind und wie Verkehrsflüsse am besten gesteuert werden können. Dresden wird zur Modellstadt für andere europäische Städte.

Die Pflicht zur Offenlegung als Vertrauensbasis

Die Pflicht zur Offenlegung als VertrauensbasisAnbieter hochriskanter KI-Systeme müssen laut der KI-Verordnung umfassende Dokumentationspflichten erfüllen. Auch Verkehrsmanagementsysteme, Systeme zur Kreditvergabe oder automatisierte Bewerbungsverfahren gehören in diese Kategorie. Der wichtigste Punkt: Algorithmen sollten nachvollzieh und Entscheidungen erklärbar sein.

Die Online-Glücksspielbranche ist ein Beispiel dafür, wie Regulierung und Transparenz zusammenarbeiten können. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 sind lizenzierte Anbieter verpflichtet, umfassende Informationen zu liefern – alles von den genauen Gewinnwahrscheinlichkeiten bis hin zu automatischen Einzahlungslimits. Seiten wie Hochgepokert haben sich der transparenten Darstellung verschrieben und bieten Nutzern objektive Vergleiche mit klar definierten Metriken. Wenn eine Seite von Hochgepokert gewählt wurde, hat man also Einsicht in alle relevanten Metriken. Auch die KI-Verordnung verlangt ähnliche Transparenzpflichten: Algorithmen müssen nachvollziehbar sein und Entscheidungen erklärt werden. Andere datenintensive Branchen – von Kreditprüfungen bis zu Mietbewerbungen – könnten sich an dieser Entwicklung orientieren.

Schwierigkeiten bei der lokalen Umsetzung

Schwierigkeiten bei der lokalen UmsetzungDresden arbeitet derzeit an 17 geförderten Smart-City-Projekten, die von digitalen Beteiligungsformaten über ein 3D-Stadtmodell zur Starkregenwarnung bis hin zu KI-gestützten Energiemanagementsystemen reichen. Ein Großteil dieser Systeme verarbeitet personenbezogene Daten – etwa Bewegungsprofile von Verkehrsteilnehmern, Energieverbrauchsmuster von Haushalten oder Nutzungsdaten von Sharing-Diensten.

Bei Verstößen sind Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes möglich. Für Kommunen ist die Frage entscheidend: Wer trägt die Verantwortung, wenn ein System fehlerhaft arbeitet? Die Bundesnetzagentur muss dafür erst ein Team aufbauen. Es wird kritisiert, dass die Behörde schon jetzt überlastet ist und kaum in der Lage sein wird, die neuen Aufgaben angemessen zu erfüllen.

Beteiligung der Bürger und digitale Teilhabe

Beteiligung der Bürger und digitale Teilhabe an de KIDresden setzt ebenfalls auf digitale Mitbestimmung. Die Stadt motiviert ihre Bewohner zu nachhaltigem Verhalten mit der App „Cleema“. Die App setzt auf KI, um personalisierte Vorschläge zu machen – welcher Radweg ist frei von Staus, wo gibt es attraktive Carsharing-Optionen? Diese Systeme demonstrieren, wie KI das Zusammenleben im Quartier verbessern kann.

Sie stellen gleichzeitig die Frage: Wie viel dürfen Stadtverwaltungen über das Verhalten einzelner Bürger wissen?  Die KI-Verordnung verlangt, dass wir hier klare Grenzen setzen und dass Systeme, die menschliche Schwachstellen ausnutzen oder manipulativ wirken, verboten werden.

Gleichgewicht zwischen Neuerung und Regulierung

Gleichgewicht zwischen Neuerung und Regulierung Dresden hat das Glück, ein hervorragendes Technologie-Ökosystem zu haben. Im Netzwerk Silicon Saxony sind Unternehmen der Mikroelektronik sowie Forschungsinstitute wie die TU Dresden und das Fraunhofer-Institut vereint. Es ist eine Herausforderung, Innovation und Regulierung zu vereinen. Die KI-Verordnung bietet einen pragmatischen Rahmen durch ihren risikobasierten Ansatz.

Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka unterstreicht, dass die Smart City der Zukunft nur mit den Menschen funktioniert, die dort leben und arbeiten. Die europäische KI-Verordnung hat das Potenzial, die Akzeptanz zu fördern – wenn sie nur mit Konsequenz umgesetzt wird.  Alles, was in Brüssel beschlossen wird, beeinflusst direkt den Alltag in der Dresdner Neustadt. Für Städte wie Dresden heißt das: Sie müssen heute die Grundlagen legen für eine Zukunft, in der Technologie dem Menschen dient.