THC und die verschiedenen Darreichungsformen – was gibt es wirklich?

THC und die verschiedenen Darreichungsformen – was gibt es wirklich?

Wenn ihr euch mit dem Thema Cannabis und THC bereits auseinandergesetzt habt, wisst ihr, dass es in Deutschland vor einigen Jahren eine Teillegalisierung gegeben hat.

Ihr dürft nun selbst anbauen und auch Cannabis kaufen und konsumieren, aber nur von legalen Anbietern. Der Klassiker sind die typischen Hanfblüten, die von einer Cannabispflanze geerntet, getrocknet und dann konsumiert werden. Die Darreichungsform ist aber nicht die einzige, die der Markt aktuell zu bieten hat, da gibt es mehr.

THC-Liquids für Vaporizer

Die flüssigen Extrakte werden speziell zum Verdampfen entwickelt. Sie bestehen aus einer Trägerlösung wie Propylenglykol und Glycerin, worin das reine THC-Konzentrat gelöst wird.

Vaporizer sind nicht identisch mit Vapes, die es aber auch gibt und die ebenfalls für THC verwendet werden. Dazu aber weiter unten noch mehr.

Im Gegensatz zum klassischen Rauchen findet hier keine Verbrennung statt. Der Vaporizer erhitzt das Liquid nur so weit, dass ein inhalierbarer Dampf entsteht, was die Belastung für die Atemwege reduzieren soll.

Die Dosierung lässt sich über die Anzahl der Züge steuern. Allerdings solltet ihr beim Kauf extrem vorsichtig sein, da auf dem grauen Markt oft synthetische Cannabinoide als THC-Liquids deklariert werden, was gesundheitliche Gefahren birgt. Legale Bezugsquellen und medizinische Präparate bieten hier die notwendige Sicherheit bezüglich der Inhaltsstoffe.

THC-Gummibärchen und andere Edibles

Der Konsum über Lebensmittel, im englischsprachigen Raum als Edibles bekannt, erfreut sich international großer Beliebtheit. Neben Keksen oder Schokolade sind es vor allem klebrige Fruchtgummis, die den Wirkstoff enthalten. Solche THC-Gummibärchen haben den Vorteil, dass sie sich exakter dosieren lassen. Du nimmst ein Bärchen und weißt genau, wie viel THC du damit konsumierst.

THC Gummibärchen

  • Verzögerte Wirkung: Da der Wirkstoff den Magen-Darm-Trakt passieren muss, setzt der Effekt oft erst nach dreißig bis neunzig Minuten ein.
  • Längere Wirkungsdauer: Die Leber wandelt das THC in eine Form um, die eine intensivere und deutlich länger anhaltende Wirkung entfaltet als beim Inhalieren.
  • Überdosierungsgefahr: Da die Wirkung verzögert eintritt, besteht die Gefahr einer Überdosierung. Wenn zu schnell nachgelegt wird, wirken die Produkte zu stark.

Die Selbstherstellung von Edibles, Space-Cookies und anderen Süßigkeiten mit THC ist risikobehaftet, denn ihr wisst nicht genau, wie ihr dosiert. In einem selbstgebackenen Kuchen kann ein Stück einen deutlich höheren THC-Gehalt haben als der andere und das ist gerade bei Anfängern ein Problem.

THC-Blüten zum direkten Konsum

Die getrockneten Knospen der weiblichen Cannabispflanze sind nach wie vor das Fundament des Marktes und die am weitesten verbreitete Form. Sie enthalten neben THC auch zahlreiche andere Cannabinoide und Terpene, die für das Aroma und die spezifische Wirkung verantwortlich sind.

Der Konsum erfolgt entweder traditionell durch das Rauchen oder zunehmend durch das Verdampfen der zerkleinerten Blüten in einem Kräutervaporizer. Der Vorteil dieser naturbelassenen Form liegt in der schnellen Wirkung, die meist schon nach wenigen Minuten einsetzt und dadurch gut steuerbar ist. Zudem ist bei unbehandelten Blüten aus legalem Eigenanbau oder aus den offiziellen Clubs die Transparenz am höchsten, da keine chemischen Zusatzstoffe oder künstlichen Streckmittel beigemischt sind.

THC-Öle ähnlich der bekannten CBD-Öle

Während CBD-Öle im Handel schon seit Jahren erhältlich sind, unterliegen THC-Ölen deutlich strengeren Auflagen und werden vor allem im medizinischen Kontext genutzt. Sie basieren auf einem Trägeröl und werden mit einem Cannabisextrakt angereichert.

THC Öle

Die Konsumenten nehmen das Produkt oral auf und tropfen es unter die Zunge. Dort muss es für eine Weile bleiben, damit die Mundschleimhaut den Wirkstoff aufnehmen kann. Der Umweg über den Verdauungstrakt wird umgangen. Besonders von Vorteil ist bei dieser Darreichungsform die tropfengenaue Dosierung, was vor allem für Menschen mit Schmerzen oder Schlafstörungen eine gute Methode ist.

Öle sind schon auf Basis von CBD wachsend beliebt, sodass sie auch im THC-Kontext eine wichtige Rolle spielen.

THC-Vapes für die einfache Handhabung

Diese kompakten Einweg- oder Kapselsysteme ähneln optisch modernen E-Zigaretten und sind auf maximalen Komfort ausgelegt. Sie enthalten meist ein hochprozentiges THC-Destillat, das direkt mit einer integrierten Heizspirale verbunden ist.

Ihr müsst keine Kräuter zerkleinern oder Flüssigkeiten nachfüllen, da das Gerät durch einfachen Knopfdruck oder automatischen Zugmechanismus sofort betriebsbereit ist. Die Handhabung ist extrem diskret, da der entstehende Dampf kaum riecht und sich in der Luft schnell verflüchtigt.

Auch hier gilt die Warnung vor illegalen Produkten, denn nicht geprüfte Chargen können Nebenstoffe wie Vitamin-E-Acetat enthalten. Die sind nicht nur verboten, sondern können gesundheitliche Folgen für euch haben.

THC-Sirup als Süßungsmittel

Eine recht neue Erscheinung auf dem Markt ist die flüssige, hochkonzentrierte Süße, die mit dem Wirkstoff angereichert wurde. Dieser Sirup lässt sich ähnlich wie Hustensaft dosieren und wird entweder pur eingenommen oder in Getränke wie Limonade oder Tee eingerührt.

THC-Sirup als Süßungsmittel

Da der Sirup über den Magen aufgenommen wird, teilt er die Eigenschaften der klassischen Edibles bezüglich des späten Wirkungseintritts und der langen Dauer. Die zuckerhaltige Basis sorgt dafür, dass der oft bittere Eigengeschmack des Cannabisextrakts komplett überdeckt wird. In Deutschland spielt diese Form im legalen Freizeitbereich keine Rolle, zeigt aber, wie kreativ die internationale Produktentwicklung vor allem in den legalen Märkten Nordamerikas voranschreitet.