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Die Abfallwirtschaft im Landkreis Neuwied ist als Anstalt öffentlichen Rechts organisiert. Rund 150 Mitarbeiter kümmern sich um die Entsorgung bei der Müllabfuhr in der gesamten Region. Dabei umfasst das Angebot deutlich mehr als nur die reguläre Tonnenabfuhr. Die AöR stellt Wertstoffhöfe, ein Schadstoffmobil und ein Beratungsangebot bereit. Neben der regulären Tonnenabfuhr gibt es weitere Entsorgungswege. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in der Carl-Borgward-Straße 12 in 56566 Neuwied.
Für Einwohner lohnt sich ein Überblick über alle Leistungen. Abfuhrtermine, Gebühren und Sperrmüllregelungen unterscheiden sich teils von anderen Kommunen. Gerade bei der Anmeldung von Sperrmüll gelten im Kreis Neuwied besonders flexible Fristen. Auch die Gebührenstruktur fällt im Vergleich moderat aus. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Informationen rund um Termine, Kosten und Entsorgungswege zusammen.
Im Landkreis Neuwied erfolgt die Leerung der Tonnen nach einem festen Rhythmus. Die graue, braune und blaue Tonne fahren die Müllabfuhrfahrzeuge alle drei Wochen an. Die genauen Abfuhrtage hängen vom jeweiligen Wohnort ab. Jeder Ortsteil hat eigene Symbole im Abfuhrkalender. Am Abfuhrtag müssen alle Tonnen bis spätestens 6 Uhr morgens am Straßenrand stehen. An Feiertagen verschiebt die Abfallwirtschaft die Termine meist um einen Tag nach hinten.
Einen persönlichen Abfuhrkalender stellt die Webseite abfall-nr.de bereit. Nach Eingabe von Wohnort und Straße erscheint dort eine individuelle Terminliste. Alternativ veröffentlicht die Abfallwirtschaft jährlich einen gedruckten Kalender, der an alle Haushalte verteilt wird. Besonders praktisch ist die kostenlose App „Müllwecker„, die an bevorstehende Abholungen erinnert. Feiertagsverschiebungen berücksichtigt die App automatisch.
Die Sperrmüllabholung im Kreis Neuwied gilt als besonders komfortabel. Insgesamt stehen 26 Termine pro Jahr zur Verfügung, also alle zwei Wochen eine Abholung. Die Anmeldung muss mindestens zehn Tage vor dem gewünschten Termin erfolgen. Per Postkarte aus dem Abfuhrkalender oder online über die Webseite gelingt das leicht. Nach der Anmeldung erhalten die Betroffenen eine schriftliche Terminbestätigung vom beauftragten Entsorgungsunternehmen.
Beim Bereitstellen von Sperrmüll gelten klare Regeln. Maximal 1 mal 2 Meter groß und höchstens 100 Kilogramm schwer darf ein Stück sein. Pro Abholung liegt die Höchstmenge bei fünf Kubikmetern. Elektroschrott, Schrott und Kühlgeräte erfordern eine separate Anmeldung. Vermischte Haufen mit Bauschutt oder Elektronik bleiben stehen. Bis 6 Uhr am Abfuhrtag stehen alle Gegenstände an der Grundstücksgrenze.
Im Kreis Neuwied gibt es vier verschiedene Tonnen für die Haushaltsentsorgung. In die graue Tonne kommt sämtlicher Restmüll ohne andere Zuordnung. Küchenabfälle, Speisereste und Gartenabfälle gehören hingegen in die braune Biotonne. Die blaue Tonne sammelt Papier, Pappe und Kartonagen. Verpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterial kommen in die grüne Tonne. Die PreZero GmbH leert diese im Auftrag des Dualen Systems.

Bei der Biotonne treten häufig Fehler auf. Kompostierbare Bioplastiktüten etwa gehören nicht hinein, weil sie sich im Kompostierungsprozess nicht zersetzen. Stattdessen eignen sich unbeschichtete Papiertüten oder Zeitungspapier als Einwickelmaterial. Altglas wiederum landet in den öffentlichen Glascontainern, getrennt nach Farben. Die Abfallwirtschaft empfiehlt, Verpackungen vor dem Entsorgen zu entleeren. Ein vollständiges Ausspülen ist jedoch nicht nötig.
Die Abfallgebühren im Kreis Neuwied richten sich nach der Haushaltsgröße. Ein Ein-Personen-Haushalt zahlt 153 Euro pro Jahr für die Müllabfuhr, während ein Zwei-Personen-Haushalt 180 Euro aufbringt. Für drei Personen fallen 204 Euro an, bei vier Personen 222 Euro. Ab fünf Haushaltsmitgliedern beträgt die Jahresgebühr für die Müllabfuhr 264 Euro. Eigenkompostierer erhalten einen Nachlass. Ein Ein-Personen-Haushalt zahlt mit Kompost nur 147 Euro statt 153 Euro.
Gewerbetreibende tragen eigene Gebühren. Die Mindestgebühr für die Mitnutzung der Restabfalltonne liegt bei 48 Euro jährlich. Eine eigene 140-Liter-Restabfalltonne mit dreiwöchentlicher Leerung kostet 213 Euro im Jahr. Ergänzend bietet die Abfallwirtschaft offizielle Abfallsäcke an: Ein 70-Liter-Restabfallsack schlägt mit 5 Euro zu Buche. Papiersäcke kosten lediglich 1 Euro. Diese Säcke sind bei den Verbandsgemeindeverwaltungen, der Stadtverwaltung Neuwied und an den Wertstoffhöfen erhältlich.
Im Landkreis Neuwied betreibt die Abfallwirtschaft drei Wertstoffhöfe in Neuwied, Linz und Linkenbach. Der Standort Neuwied liegt in der Stettiner Straße 22. Montags bis freitags öffnet er von 8 bis 16 Uhr. Samstags ist eine Anlieferung von 8 bis 12 Uhr möglich. Der Annahmeschluss liegt jeweils 15 Minuten vor Betriebsende. Bis zu zwei Kubikmeter Sperrmüll, Schrott, Gartenabfälle oder Kühlgeräte nehmen die Höfe werktäglich kostenlos entgegen.

Für bestimmte Abfallarten gelten allerdings Sonderregelungen. Baustellenabfälle und Renovierungsmaterial sind gebührenpflichtig. Problemabfälle wie Farben oder Chemikalien sammelt das Schadstoffmobil separat ein. Die Termine dafür finden sich ebenfalls im jährlichen Abfuhrkalender. An Feiertagen bleiben alle drei Wertstoffhöfe geschlossen. Die Abfallwirtschaft bittet darum, Entsorgungen rechtzeitig an einem alternativen Werktag zu planen.
Die Abfallwirtschaft Neuwied setzt verstärkt auf digitale Kommunikation. Über die Müllabfuhr Webseite abfall-nr.de lassen sich Sperrmüll, Grünschnitt und Sondermüll bequem anmelden. Der persönliche Abfuhrkalender steht dort als PDF-Download oder als iCal-Datei für Smartphones bereit. Hilfreich ist das Abfall-ABC auf der Webseite. Es zeigt für jeden Gegenstand die passende Entsorgungsart an. Die „Müllwecker“-App ergänzt dieses Angebot mit einer konfigurierbaren Erinnerungsfunktion.
Für Fragen steht die Abfallberatung unter der Telefonnummer 02631 444 111 zur Verfügung. Per E-Mail erreicht man das Team unter info@abfall-nr.de. Illegale Müllablagerungen lassen sich direkt an ablagerung@kreis-neuwied.de melden. Bei Problemen mit der grünen Tonne ist hingegen die PreZero GmbH der richtige Ansprechpartner. Das umfassende Service-Angebot erleichtert den Alltag und sorgt dafür, dass Entsorgungsfragen schnell geklärt werden. Schließlich liegt es im Interesse aller, die Region und den Rhein frei vom Müll zu haben.