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Viele Jahre lang war es ein hitzig diskutiertes Thema, das klare Fronten hervorgebracht hat. Auch heute noch gibt es Befürworter und Gegner, doch unterm Strich hat sich das Themazuletzt etwas beruhigt. Die Rede ist von der Legalisierung von Cannabis, die auch tatsächlich seit Anfang 2024 besteht. Allerdings ist das Thema damit nicht durch, denn weiterhin gibt es Kritik – unter anderem von der CDU, der Justiz und auch der Polizei. Das bedeutet, dass rechtlich durchaus noch einiges zu tun ist und somit auch die Aufgabe der Hanf-Initiative in Frankfurt am Main noch nicht zu Ende ist.
Die Organisation gibt es bereits seit 2003. Schon seit damals setzt man sich für die Legalisierung ein. Cannabis kann Rohstoff, Genussmittel und Medizin sein. Mittlerweile hat sich nach den Gesetzesänderungen der Fokus etwas verschoben. Wer aber weiterhin aktiv beteiligt sein will, kann sich auch weiterhin einbringen. Alle Informationen dazu gibt es in diesem Artikel.
Das Thema Cannabis wurde und wird politisch oft hitzig diskutiert. Die einen sehen darin ein harmloses Genussmittel, das aber darüber hinaus auch praktischen Nutzen haben kann, die anderen sehen eine große Gefahr. Viele Jahre wurde über eine mögliche Legalisierung gestritten, die dann auch schließlich von der Ampel-Regierung 2024 eingeführt wurde. Dass es bis dahin ein steiniger und langer Weg war, weiß man auch bei der Hanf-Initiative Frankfurt am Main, die bereits seit 2003 besteht. Die Organisation setzt sich ehrenamtlich für das Thema ein. Das grundlegende Ziel bestand seit jeher darin, die Legalisierung zu erreichen, damit Cannabis als Genussmittel, Rohstoff und für medizinische Zwecke eingesetzt werden kann. Gegründet wurde die Initiative von Ingrid Wunn.
Über die Jahre hat sich die Initiative in vielfacher Weise engagiert. Unter anderem wurde viele Jahre der Ableger des Global Marijuana March durchgeführt, der als internationaler Protesttag gegen das Cannabisverbot gilt. Zudem hat man Infostände betrieben, fachbezogene Kongresse und Ausschüsse besucht sowie gemeinsame Fahrten zu passenden Events organisiert. Die Hanf-Ini aus Frankfurt ist Mitglied der European Coalition for Just and Effective Drug Policies (ENCOD). Dabei handelt es sich um den europäischen Dachverband für eine gerechtere Drogenpolitik. Zusammenarbeiten gab es zudem immer wieder mit dem Deutschen Hanfverband. Wer mitmachen möchte, kann sich direkt beteiligen oder auch die Arbeit durch Spenden unterstützen.
Nachdem die Legalisierung politisch durchgesetzt wurde, ergeben sich ganz neue Felder in Bezug auf Cannabis. Folgende Initiativen und Organisationen spielen in Deutschland eine wichtige Rolle zum Thema.

Gegründet wurde der Deutsche Hanfverband 2002 in Berlin. Das übergeordnete Ziel besteht in der vollständigen Legalisierung von Cannabis. Der Verband versteht sich als Interessenvertretung der Legalisierungsbefürworter und Cannabiskonsumenten. Zu den Zielen gehört, dass ein verbraucherfreundlicher Markt für Cannabis als Genussmittel entstehen soll. Von der Produktion über den Verkauf in den Fachgeschäften an Erwachsene soll es einen geregelten Markt geben. Verbraucherschutz steht im besonderen Fokus des Verbands, das bedeutet, dass besonders auf die Vielfalt und Qualität der Produkte geachtet wird. Man setzt sich zudem gegen die Diskriminierung ein und möchte sinnvolle Regelungen für die Bereiche Konsum, Besitz, Eigenanbau, Medizin und Führerscheinrecht einführen.

Durch die Legalisierung haben sich in Deutschland die sogenannten Cannabis Social Clubs gebildet. Dabei handelt es sich um Anbauvereine, die keine Gewinnabsichten verfolgen. Mitmachen dürfen Erwachsene ab 18 Jahren, die Cannabis zu Genusszwecken anbauen und untereinander abgeben wollen. Für die Clubs gibt es sehr strenge Auflagen, die unter anderem auf die Qualitätssicherung und den Jugendschutz abzielen. Daher ist es auch verboten, Werbung für die Vereine zu machen. Die Clubs werden aber als wichtige Säulen angesehen, um den Schwarzmarkt einzudämmen. In den letzten beiden Jahren haben sich immer mehr solche Clubs gegründet, die bis zu 500 Mitglieder aufnehmen dürfen.

Der Branchenverband Cannabiswirtschaft sieht sich als Stimme für die Cannabiswirtschaft und bietet den Austausch auf Business-Ebene an. Darüber hinaus setzt man sich für die Aufklärung durch Öffentlichkeitsarbeit ein. Es gibt verschiedene Felder, für die man eintritt. Dazu gehören das medizinische Cannabis, die Genussmittel-Regulierung, der Industriehanf sowie der Fachbereich Technik, Handel und Dienstleistungen. Zu den Aufgabenbereichen gehören die Fachberatung, der Kontakt zur Politik, Forschung und Wissenschaft, eine Jobbörse, Veranstaltungen, Qualitätssicherung, Marktanalysen und Kontakte zur EU und Partnern. Umfangreiche Informationen zum Branchenverband für die Cannabiswirtschaft gibt es auf der offiziellen Webseite.
Branchenverband Cannabiswirtschaft

2021 wurde das Nutzhanf-Netzwerk gegründet. Dabei handelt es sich um einen eingetragenen Verein, der sich als Anlaufstelle und Kompetenzzentrum versteht. Es geht um die Förderung von Nutzhanf als ein schnell nachwachsender und nachhaltiger Rohstoff. In den Blick genommen wird die gesamte Wertschöpfungskette, also vom Anbau über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung. Dabei arbeitet man eng mit Landwirten zusammen, ebenso mit Unternehmen, Start-ups, Wissenschaftlern und Forschern sowie Förderern und Privatpersonen. Für die Zukunft strebt man einen Paradigmenwechsel an, um dabei zu helfen, Hanf als nachhaltigen und kreislauforientierten Wirtschaftszweig zu etablieren.

Tatsächlich geht die Kultivierung von Hanf schon viele tausende Jahre zurück. Selbst Kelten, Germanen und Römer kannten die Pflanze bereits, die auf deutschem Boden genutzt wurde. Auch im Mittelalter und danach war Hanf bekannt, wurde dann aber im frühen 20. Jahrhundert verboten. Nach dem Krieg gab es zwar kurz eine Legalisierung, ab 1982 wurde der Anbau aber strikt verboten. Erste Lockerungen des Gesetzes folgten 1996, womit es Landwirten erlaubt war, Industriehanf herzustellen, das sehr wenig THC enthält. Zu dieser Zeit entstanden auch erste Protestbewegungen, um Druck auf die Politik auszuüben. Mit Demonstrationen machte man auf das Thema aufmerksam. Es entstanden Vereine und Verbände, die sich für die Legalisierung eingesetzt haben.

Der Einsatz der Befürworter zeigte langsam Wirkung. 2008 wurden Ausnahmegenehmigungen eingeführt, um Cannabis medizinisch nutzen zu können. Allerdings waren es seltene Ausnahmen. Umso wichtiger war die Erweiterung 2017, sodass schwerkranke Menschen ohne therapeutische Alternativen Cannabis auf Rezept erhalten konnten. Zu diesem Zeitpunkt setzten sich die Oppositionsparteien bereits für die Legalisierung ein, die dann aber erst unter der Ampel-Regierung ab 2021 beschlossen und 2024 umgesetzt wurde. Am 1. April 2024 trat das Cannabisgesetz in Kraft, womit Cannabis nicht mehr länger unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Weiterhin gibt es aber einige Verbote. Unter anderem darf kein Cannabis importiert oder exportiert werden, sofern man keine spezielle Erlaubnis hat.